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Kosovos falsche Helden

Der Westen hat viel zu lange eine Konfrontation mit der Führungsriege der UCK gescheut.

Der Krieg in Kosovo liegt schon eine Ewigkeit zurück. Kinder, die im Jahr 1999 geboren wurden, sind bald volljährig. Rebellenführer, die mit der Waffe in der Hand das serbische Repressionsregime bekämpften, sind inzwischen zu neuen Herrschern des Zwergstaates geworden. Sie haben sich die knappen Ressourcen unter den Nagel gerissen, kontrollieren die Medien und pflegen ein Geschichtsbild, in dem die Kosovo-Albaner nur als Opfer erscheinen. Wer sich dieser Pseudoelite in den Weg stellt, wer auf die dunklen Seiten des «Befreiungskrieges» hinweist, wird an den Pranger gestellt – als Landesverräter.

Nun besteht erstmals seit Kriegsende eine Chance, dass auch hochrangige Befehlshaber der Rebellenarmee UCK wegen Kriegsverbrechen vor ein internationales Sondertribunal kommen. Erst nach massivem Druck aus Washington und Brüssel hat das Parlament in Pristina den Weg frei­gemacht zur Ahndung von Gräueltaten an Angehörigen von Minderheiten wie Serben und Roma während und unmittelbar nach dem Krieg.

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