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Kreml-Kritiker begehen Tabubruch

Die «Nowaja Gaseta» entschuldigt sich bei der niederländischen Bevölkerung. Die Zeitung geht damit ein Risiko ein – nicht zum ersten Mal.

Die russische Tageszeitung «Nowaja Gaseta» entschuldigt sich auf ihrer Titelseite bei den Niederlanden für die Opfer des MH-17-Crashs. In grossen Buchstaben steht dort: «Vergeef ons, Nederland» (Vergib uns, Niederlande). Das Bild zeigt, wie Leichenwagen die Opfer nach der Trauerfeier in Eindhoven wegfahren.

Das Titelbild beweist, dass nicht alle Medien blind hinter Wladimir Putin stehen, der bisher jede politische Verantwortung für den MH-17-Crash ablehnte. Es ist kein Zufall, dass gerade die «Nowaja Gaseta» (Russisch für: «Neue Zeitung») mit einem solchen Titel erscheint. Sie ist eine der wenigen Kreml-kritischen Stimmen in Russland.

Kritische Journalisten zahlen oft mit ihrem Leben

Das wurde Journalisten der Zeitung mehrmals zum Verhängnis. Gemäss dem «Committee to Protect Journalists» wurden seit der Gründung der Zeitung 1993 vier ihrer Journalisten umgebracht.

Die bekannteste Journalistin der «Nowaja Gaseta» war Anna Politkowskaja. Die Kreml-Kritikerin berichtete unter anderem über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien. Sie wurde am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung erschossen. Noch heute ist nicht klar, wer den Auftrag erteilte, Politkowskaja zu ermorden.

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