Kroatiens Polizei soll Migranten misshandelt haben

Bosnische Grenzbeamte haben offenbar ihre kroatischen Kollegen dabei erwischt, wie sie 18 Verletzte über die Grenze brachten.

Kroatische Polizisten sichern bei Velika Kladusa die Grenze zu Bosnien. Foto: Reuters/Marko Djurica (24.10.2018)

Kroatische Polizisten sichern bei Velika Kladusa die Grenze zu Bosnien. Foto: Reuters/Marko Djurica (24.10.2018)

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Die kroatische Grenzpolizei hat nach einem Medienbericht 18 Migranten misshandelt, sie ins benachbarte Bosnien gebracht und dabei widerrechtlich bosnisches Staatsgebiet betreten. Dies berichtete Radio Sarajevo am Mittwoch auf seiner Webseite. Der Sender bezog sich auf nicht näher genannte Quellen, die Kenntnis von dem Vorgang hatten.

Bosnische Grenzbeamte seien auf die kroatischen Kollegen gestossen, als diese die Flüchtlinge und Migranten in der Nacht zum Mittwoch über die Grenze geleiteten. Die Kroaten hätten sich demnach schnell wieder in Richtung Grenze entfernt, als sie von den Bosniern entdeckt wurden. Die Migranten liessen sie dabei zurück.

Einige von ihnen sollen Verletzungen aufgewiesen haben, die auf Misshandlungen wie Schläge und Tritte zurückgingen. Die bosnischen Grenzbeamten brachten die Verletzten ins Krankenhaus der Grenzstadt Velika Kladusa.

Weitere Vorwürfe

Eine Sprecherin der bosnischen Polizei bestätigte, dass ihre Behörde 18 zum Teil verletzte Migranten nahe der Grenze zu Kroatien fand und ins Krankenhaus brachte. Die weiteren Einzelheiten würden noch überprüft.

In der Vergangenheit haben Menschenrechtsorganisationen und Medienberichte dem EU-Land Kroatien immer wieder vorgeworfen, Migranten und Flüchtlinge, die im Grenzgebiet zu Bosnien aufgegriffen wurden, misshandelt und gewaltsam nach Bosnien zurückgeschoben zu haben.

Auch der Vorwurf, dass kroatische Polizisten bei diesen Rückschiebungen in bosnisches Staatsgebiet eindringen, stand schon im Raum. So erklärte am letzten Wochenende Suhret Fazlic, Bürgermeister der Grenzstadt Bihac, dass er mehrmals kroatische Polizisten auf der bosnischen Seite der Grenze angetroffen habe. (anf/sda)

Erstellt: 07.08.2019, 16:54 Uhr

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