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Kubas Gemüse-Reform

Raul Castro erlaubt seinen Bürger den privaten Verkauf von Gemüse und Früchten. Dies sei jedoch keine Abkehr vom Kommunismus.

Bald schon mehr Einnahmen? Ein Früchteverkäufer in Havanna.
Bald schon mehr Einnahmen? Ein Früchteverkäufer in Havanna.
Keystone

Die Menschen in Kuba können künftig selbst angebautes Obst und Gemüse frei verkaufen. Die kommunistische Regierung veröffentlichte am Freitag ein Dekret, mit der sie nach eigenen Angaben die «selbständige Arbeit» stärken will. Der Strassenverkauf von Obst und Gemüse sei bereits mehrere Monate in der Gegend um die Stadt Santiago de Cuba getestet worden und werde nun im ganzen Land erlaubt.

Viele Kubaner hatten in der Vergangenheit bereits selbst angebaute Produkte entlang der Strassen angeboten, waren aber immer auf der Hut vor der Polizei. Nun können sie nach Angaben der Regierung bei den Behörden eine Lizenz beantragen und ihren Geschäften legal nachgehen.

Auf ihre Einnahmen aus dem Verkauf werde aber eine Steuer von fünf Prozent erhoben. Offiziellen Statistiken zufolge war die landwirtschaftliche Produktion auf der kommunistisch geführten Karibikinsel im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent gesunken.

Keine Abkehr vom Kommunismus

Kuba sieht sich angesichts seiner tiefgreifenden Wirtschaftskrise zur Ausweitung der Privatwirtschaft gezwungen. Staatschef Raúl Castro hatte bei einer Parlamentssitzung Anfang August angekündigt, die Selbständigkeit stärker zu fördern. Wirtschaftsminister Marino Murillo stellte aber klar, dies bedeute keine Abkehr vom Kommunismus. Es handle sich lediglich um eine «Aktualisierung des kubanischen Wirtschaftsmodells».

SDA/jak

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