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Kurz bevor er Cosa-Nostra-Chef wurde: Mafiaboss gefasst

Die italienische Polizei nimmt in einem grossen Schlag gegen das organisierte Verbrechen Dutzende Mafiosi fest, darunter den künftigen Boss Settimino Mineo.

Mafiosi festgenommen: Die örtliche Polizei zeigt Bilder der Verhaftung. Video: Carabinieri di Palermo

Nach Angaben von Behördenvertretern und Medienberichten nahm die Polizei bei der Razzia neben dem 80-Jährigen Mineo insgesamt mindestens 45 weitere Verdächtige fest. Die Ermittler werfen ihnen Erpressung, illegalen Waffenbesitz, Brandstiftung, Mitgliedschaft in einer mafiösen Vereinigung sowie weitere Verbrechen vor.

Die Festnahme des 80-jährigen Mineos sei kurz vor seiner Inthronisierung als Chef bei einem Treffen der Cosa Nostra erfolgt. Er sollte den Platz des im vergangenen Jahr verstorbenen Toto Riina an der Spitze der kriminellen Organisation einnehmen. Die sizilianische Mafia Cosa Nostra operiert weltweit und steht in Verbindungen zu zahlreichen weiteren mafiösen Gruppierungen.

Das Gesicht der Mafia in Sizilien

Die Cosa Nostra ist in Sizilien beheimatet und besteht aus einigen wenigen Familien. Sizilien gilt allgemein als Ursprungsort der italienischen Mafia, die neben der Cosa Nostra drei weitere grosse Organisationen kennt: die 'Ndrangheta in Kalabrien, die Camorra in Neapel und Kampanien sowie die Sacra Corona Unità in Apulien.

Die Cosa Nostra entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Zahl ihrer Mitglieder wird derzeit auf rund 5000 geschätzt. Die Erpressung von Schutzgeldern ist nach wie vor eine ihrer Haupteinnahmequellen, doch setzen sich immer mehr Unternehmer gegen die kriminelle Organisation zur Wehr.

Die sizilianische Mafia operiert weltweit und steht in Verbindungen zu zahlreichen weiteren kriminellen Gruppierungen. So heisst auch der US-Ableger Cosa Nostra. Wörtlich übersetzt als «unsere Sache» klingt in dem Namen auch «Costa Nostra» (unsere Küste) mit - so nennen die Chefs der neapolitanischen Camorra nach Angaben des Mafia-Experten Roberto Saviano ihr Einflussgebiet an der spanischen Costa del Sol.

Vor einem Jahr verlor die sizilianische Mafia ihren Chef Toto Riina. Der einstige «Boss der Bosse» auf Sizilien starb im November vergangenen Jahres im Häftlingstrakt eines Krankenhauses in Parma an einem Krebsleiden.

Der wegen seiner Grausamkeit auch unter dem Namen «la belva» (Raubtier) bekannte Riina soll mehr als 150 Morde in Auftrag gegeben haben und beherrschte die sizilianische Cosa Nostra fast 20 Jahre lang.

Im Jahr zuvor war bereits der Pate Bernardo Provenzano in Haft gestorben.

AFP

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