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Lasst sie abstimmen!

Nach dem Ja zum Brexit zweifeln viele Europäer am Sinn von Volksabstimmungen. Sie liegen falsch.

Lässt man die Bevölkerung über ein Thema abstimmen, muss man mit den Konsequenzen leben: Vor dem EU-Referendum in Edinburgh, Schottland. Foto: Clodagh Kilcoyne (Reuters)
Lässt man die Bevölkerung über ein Thema abstimmen, muss man mit den Konsequenzen leben: Vor dem EU-Referendum in Edinburgh, Schottland. Foto: Clodagh Kilcoyne (Reuters)

Vor der Demokratie wird gewarnt. Denn sie könnte Resultate hervorbringen, die einem nicht gefallen. Resultate wie vor einer Woche in Grossbritannien. Die Ereignisse waren noch frisch, das Pfund günstig wie nie, David Cameron etwas blass und Boris Johnson bereits abgetaucht, als der «Spiegel» in einem langen Text vor der «Diktatur der Wutbürger» warnte: «Die Barrieren, die weitsichtige Verfassungsväter zwischen Volkswillen und Staatsmacht hochgezogen haben, werden porös.» Als die «Zeit» in einem Essay Folgendes schrieb: «Die Revolte gegen das Referendum zeigt wieder einmal in aller Deutlichkeit: In derart entscheidenden, geradezu existenziellen Wesensfragen sollte man nicht das Volk befragen.» Als das internationale Magazin «The Diplomat» unsere «Soundbite-Kultur» für unfähig erklärte, per Volksabstimmung komplizierte Fragen zu beantworten.

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