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Lawrow wirft Europa vor, «Faschismus» zu ignorieren

Moskau fordert eine umfassende Untersuchung des Todes Dutzender Regierungsgegner in Odessa. Prowestliche Aktivisten hatten dort ein Gewerkschaftsgebäude in Brand gesteckt.

Russland wirft der Übergangsregierung in Kiew vor, Ultranationalisten zu begünstigen: Der russische Aussenminister Sergei Lawrow. (6. Mai 2014)
Russland wirft der Übergangsregierung in Kiew vor, Ultranationalisten zu begünstigen: Der russische Aussenminister Sergei Lawrow. (6. Mai 2014)
Reuters

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow hat dem Westen vorgeworfen, den Aufstieg des «Faschismus» in der Ukraine auszublenden. Zugleich forderte er eine umfassende Untersuchung des Todes Dutzender Gegner der ukrainischen Übergangsregierung in Odessa.

Europa habe viele Jahre lang die Augen davor verschlossen, dass die «faschistische Ideologie» ständig neue Anhänger gewinne, sagte Lawrow während einer Veranstaltung in Moskau. «Was in Odessa am 2. Mai geschah, das war reiner Faschismus», fügte er hinzu.

«Fakten unter den Teppich gekehrt»

Lawrow bezog sich auf die Ereignisse in der Schwarzmeerstadt im Süden des Landes, wo sich prorussische Kräfte im Gewerkschaftshaus verschanzt hatten. Das Gebäude wurde von Anhängern der prowestlichen Regierung in Kiew belagert, die Brandsätze auf das Gebäude schleuderten. Fast 40 Menschen starben im Gewerkschaftshaus – grösstenteils an Rauchvergiftung und Erstickung.

Das russische Aussenministerium hatte der Übergangsregierung wenig später vorgeworfen, Ultranationalisten, wie den Rechten Sektor (Pravy Sektor), zu begünstigen, die eine «Terrorkampagne» gegen Anhänger regionaler Autonomie und eines föderalen Systems in der Ukraine führten.

«Fakten unter den Teppich kehren»

Der Rechte Sektor, ein Zusammenschluss ultrarechter und faschistischer Kräfte, war massgeblich am Sturz des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch Ende Februar beteiligt.

Lawrow führte weiter aus, Moskau werde nicht dulden, dass die «Fakten unter den Teppich gekehrt» würden, so wie es derzeit die amtierende Regierung in Kiew versuche. Die Europäische Union hatte am Samstag eine «unabhängige Untersuchung» des Brandes in Odessa gefordert.

SDA/mw

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