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Le Pens leiser Triumph

Die starken Resultate des Front National bei den französischen Gemeindewahlen sind ein Vorgeschmack auf die Europawahlen im Mai – und eine Hypothek für die Parteichefin für 2017.

MeinungOliver Meiler
Die Franzosen wählen heute für den Front National und nicht mehr nur gegen die etablierten Volksparteien: FN-Chefin Marine Le Pen.
Die Franzosen wählen heute für den Front National und nicht mehr nur gegen die etablierten Volksparteien: FN-Chefin Marine Le Pen.
AFP
Kundgebung gegen den Front National: Einwohner von Frejus demonstrieren vor dem FN-Büro. FN-Politiker David Rachline war zuvor zum neuen Bürgermeister von Frejus gewählt worden. (30. März 2014)
Kundgebung gegen den Front National: Einwohner von Frejus demonstrieren vor dem FN-Büro. FN-Politiker David Rachline war zuvor zum neuen Bürgermeister von Frejus gewählt worden. (30. März 2014)
AFP
Posieren nach dem Sieg: Der FN-Politiker David Rachline ist neuer Bürgermeister von Frejus. (30. März 2014)
Posieren nach dem Sieg: Der FN-Politiker David Rachline ist neuer Bürgermeister von Frejus. (30. März 2014)
AFP
Wurde zum Bürgermeister der Stadt Béziers gewählt: Robert Ménard spricht nach seinem Erfolg zu den Medien. (30. März 2014)
Wurde zum Bürgermeister der Stadt Béziers gewählt: Robert Ménard spricht nach seinem Erfolg zu den Medien. (30. März 2014)
Reuters
Spricht von einer Welle, die das Land erfasst hat: UMP-Chef Jean-François Copé. (30. März 2014)
Spricht von einer Welle, die das Land erfasst hat: UMP-Chef Jean-François Copé. (30. März 2014)
AFP
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6,84 Prozent! Nur 6,84 Prozent? Auf den ersten Blick erscheint der nationale Stimmenfang des rechtsextremen Front National bei den französischen Kommunalwahlen wie eine Widerlegung allen Alarmismus und aller Hysterie, wie sie die Medien verbreitet hatten. Doch dieser erste Blick trügt beträchtlich.

Marine Le Pens Partei nahm nämlich lediglich in 597 mittleren und grösseren Gemeinden an der Wahl teil. Insgesamt zählt Frankreich aber 36'600 Gemeinden, die ganz kleinen eingerechnet. Weniger als ein Drittel aller Wähler hatte also die Möglichkeit, einen Kandidaten des FN zu wählen. Die Partei konzentrierte sich auf jene Regionen im Land, in denen ihre Aussichten auf ein gutes Abschneiden aus Erfahrung gut waren: im schönen, traditionell erzkonservativen Süden und im garstigen, zunehmend desindustrialisierten Norden Frankreichs. In diesen Regionen gewann sie denn auch ihr Dutzend Mairies und ihre 1500 Gemeinderäte – so viele wie nie zuvor in der 42-jährigen Geschichte der Partei. In manchen Kleinstädten lag der Zuspruch des FN zwei-, dreimal höher als jener Marine Le Pens bei der Präsidentschaftswahl 2012. Der Prozentsatz von 6,84 ergibt sich, wenn man die Resultate der 597 Listen in der Gesamtbuchhaltung aller 36'600 Wahlgemeinden auflöst und sozusagen verwässert.

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