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Letzte Ruhe neben den Königen Polens

Polen verharrt in Trauer um Präsident Lech Kaczynski und seine Katyn-Delegation. Im Präsidentenpalast in Warschau nehmen die Polen Abschied.

Abschied nehmen: Der bewachte Sarg von Lech Kasczynski im Präsidentenpalast in Warschau.
Abschied nehmen: Der bewachte Sarg von Lech Kasczynski im Präsidentenpalast in Warschau.
Reuters

Polens Präsidentenpaar wird am Wochenende seine letzte Ruhe neben den Königen des Landes finden. Der beim Flugzeugabsturz im russischen Smolensk ums Leben gekommene Staatschef Lech Kaczynski und seine Frau Maria sollen am Sonntag in Krakau beigesetzt werden. Die Wawel-Burg, die einstige Residenz polnischer Könige, ist auch Grabstätte für fast 20 Monarchen vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Der Staatsakt für alle 96 Opfer des Unglücks von Smolensk ist für Samstagmittag vorgesehen.

Für Sonntag ist dann das Staatsbegräbnis des Ehepaars Kaczynski geplant. Erwartet werden zahlreiche Staatschefs, darunter auch US- Präsident Barack Obama. Die Schweiz wird an der Trauerfeier durch Bundespräsidentin Doris Leuthard vertreten sein. Bei dem Unglück waren am Wochenende neben Präsident Lech Kaczynski und seiner Ehefrau Maria auch Dutzende führende Vertreter aus Politik, Militär und Gesellschaft ums Leben gekommen.

Bewegender Empfang in Warschau

Am Dienstag gab es in Warschau einen bewegenden Empfang für die sterblichen Überreste von Maria Kaczynska: Tausende Menschen säumten die Strecke vom Flughafen in die Innenstadt von Warschau, um der beliebten First Lady das letzte Geleit zu geben.

Ihr Sarg war am Vormittag aus Russland nach Hause geflogen worden. Ihre Leiche war am Montag am Ehering identifiziert worden. Die 67-Jährige war in Polen unter anderem wegen ihres Engagements für Frauenrechte sehr beliebt.

Gegen Mittag traf der Sarg der First Lady unter Glockengeläut in der Kapelle des Präsidentenpalastes ein. Nach einer Zeremonie im Familienkreis wurden die Särge des Präsidentenpaares am frühen Nachmittag aufgebahrt, um der Öffentlichkeit Gelegenheit zum Abschied zu geben.

«Polnisches Drama»

Das polnische Parlament gedachte auf einer Sondersitzung der Opfer des Flugzeugunglücks. Der Wald in Smolensk sei zum «Ort des polnischen Dramas» geworden, heisst es in der Erklärung beider Parlamentskammern. Dieser Verlust könne gar nicht ersetzt werden.

Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski bat alle im Parlament vertretenen Parteien, ihm zu helfen, «den Staat durch die schwere Zeit zu führen.» Komorowski hat nach dem Tod des Präsidenten die Geschäfte des Staatsoberhauptes übernommen. Er will am Mittwoch den Termin für die Neuwahl des Staatsoberhauptes bekanntgeben.

Dank an Russland

Die polnischen Abgeordneten bedankten sich bei Russland für erwiesene «Anteilnahme und Solidarität». Aussenminister Radoslaw Sikorski sah in der russischen Anteilnahme nach dem Flugzeugunglück eine Chance auf Annäherung zwischen den beiden Staaten.

«Der psychologische, emotionale Durchbruch ist bereits geschehen» sagte Sikorski der polnischen Zeitung «Gazeta Wyborcza». Das werde Folgen für die Politik haben.

Nach ersten Untersuchungen schlossen die russischen Behörden eine technische Panne als Grund für den Absturz der polnischen Präsidenten-Maschine erneut aus. Die Triebwerke hätten bis zum Aufprall der Tupolew TU-154 einwandfrei gearbeitet. Auch ein Brand oder eine Explosion an Bord würden nach der Auswertung des Flugschreibers und der Untersuchung der Trümmer ausgeschlossen.

SDA/cpm

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