Zum Hauptinhalt springen

Letztes Mitglied der Churchill-Regierung gestorben

Der hochdekorierte Ex-Aussenminister und Nato-Generalsekretär Lord Carrington, der lieber Jaguar als Rolls Royce fuhr, wurde 99 Jahre alt.

Lord Carrington als Verhandlungsführer der EG-Friedenskonferenz für den Balkan während einer Pressekonferenz. (9.Januar 1992)
Lord Carrington als Verhandlungsführer der EG-Friedenskonferenz für den Balkan während einer Pressekonferenz. (9.Januar 1992)
Carl Duyck, Keystone
Der ehemalige britische Aussenminister war der letzte Überlebende der Nachkriegsregierung von Premierminister Winston Churchill: Flugzeuge der britischen Luftwaffe fliegt anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums über ein Churchill-Denkmal in London. (10. Juli 2018)
Der ehemalige britische Aussenminister war der letzte Überlebende der Nachkriegsregierung von Premierminister Winston Churchill: Flugzeuge der britischen Luftwaffe fliegt anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums über ein Churchill-Denkmal in London. (10. Juli 2018)
RICK FINDLER, Keystone
April 1994: Carrington in Johannesburg im Gespräch mit US-Aussenminister Henry Kissinger (l.) und Südafrikas Präsidenten Nelson Mandela.
April 1994: Carrington in Johannesburg im Gespräch mit US-Aussenminister Henry Kissinger (l.) und Südafrikas Präsidenten Nelson Mandela.
John Parkin, Keystone
1 / 5

Der ehemalige britische Aussenminister und letzte Überlebende der Nachkriegsregierung von Premierminister Winston Churchill, Lord Carrington, ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Downing Street gab am Dienstag die «sehr traurige Nachricht» bekannt. «Seine Karriere war dem Staatsdienst gewidmet. Mein tiefstes Beileid für seine Familie», erklärte David Lidington, Staatssekretär im Kabinett von Premierministerin Theresa May, im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Später äusserte sich auch May auf Twitter. «Der Tod von Peter Carrington markiert den Verlust eines Staatsmannes, der weltweit für sein bemerkenswertes Leben im öffentlichen Dienst respektiert wird», schrieb May.

Auch der ehemalige Premierminister David Cameron teilte sein Beileid auf Twitter mit und lobte Carrington als grossen Diener der Öffentlichkeit.

Lord Carrington wurde, noch mit einer anderen Schreibweise seines Namens, als Peter Carington geboren. Er gehörte der Churchill-Regierung zwischen 1951 und 1955 an. Später war er ab 1979 Aussenminister unter der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher.

Wegen des argentinischen Einmarschs auf den Falkland-Inseln 1982 trat er von seinem Amt zurück, obwohl Thatcher ihn davon abzuhalten versuchte. Zwischen 1984 und 1988 war Lord Carrington Nato-Generalsekretär. Unter anderem war er Träger des Hosenbandordens, der exklusivste Orden des Vereinigten Königreichs und einer der angesehensten Europas.

Aus der Nato-Klamottenkiste: Lord Carringtons Ankunft zu seinem ersten Arbeitstag bei der Nato. Quelle: Youtube/NatoHistory

Die Nato lobt ihren ehemaligen Generalsekräter in höchsten Tönen. Carrington war besonders kultiviert und sympathisch. Er kannte die Namen aller seiner Mitarbeiter und behandelte sie wie eine Familie. Ob er und Lady Carrington ein spontanes Abendessen mit Aristokraten und Künstlern oder ein einfaches Picknick mit seinem Personal organisierten, alle wurden mit dem gleichen Respekt und Rücksicht behandelt, heisst es auf der Nato-Webseite.

Zudem soll Carrington auch dafür bekannt gewesen sein, seinen Jaguar im britischen Renn-grün dem Rolls Royce, den er als Generalsekretär hätte benutzen dürfen, zu bevorzugen. Sein Nachfolger bei der Nato wurde der Deutsche Manfred Wörner.

AFP/nag

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch