Lösung für die Geretteten der «Gregoretti» gefunden

Mehr als hundert gerettete Migranten und Flüchtlinge dürfen in Italien an Land. Mehrere Länder erklärten sich für eine Aufnahme bereit.

Die italienische Küstenwache hatte am Donnerstag vergangener Woche im Mittelmeer rund 140 Migranten und Flüchtlinge gerettet: Rettungsschiff «Bruno Gregoretti». (Foto: Reuters)

Die italienische Küstenwache hatte am Donnerstag vergangener Woche im Mittelmeer rund 140 Migranten und Flüchtlinge gerettet: Rettungsschiff «Bruno Gregoretti». (Foto: Reuters)

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Die EU hat eine Lösung für die Aufnahme von 131 Flüchtlingen und Migranten gefunden, die vor fast einer Woche vom Schiff «Gregoretti» gerettet wurden. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte am Mittwoch, Deutschland, Frankreich, Portugal, Luxemburg und Irland hätten sich bereit erklärt, Menschen aufzunehmen. Italiens Innenminister Salvini kündigte daraufhin an, die Flüchtlinge an Land gehen zu lassen.

Die italienische Küstenwache hatte am Donnerstag vergangener Woche im Mittelmeer rund 140 Migranten und Flüchtlinge gerettet, die mit zwei Schlauchbooten in Libyen gestartet und in Seenot geraten waren. Salvini von der rechten Lega-Partei verweigerte der «Gregoretti» aber zunächst die Einfahrt in einen italienischen Hafen. Die italienischen Behörden holten lediglich einige Flüchtlinge aus medizinischen Gründen von dem Schiff.

In der Nacht zum Samstag durfte das Schiff dann doch im Hafen der sizilianischen Stadt Augusta anlegen. Salvini bekräftigte aber, die anderen Flüchtlinge erst von Bord gehen zu lassen, wenn sich die EU auf eine Umverteilung einige.

Nach der Ankündigung aus Brüssel versprach Matteo Salvini, die 116 noch auf der «Gregoretti» festsitzenden Menschen «in den kommenden Stunden» an Land gehen zu lassen. Die Genehmigung dafür habe er bereits erteilt, schrieb Salvini bei Facebook.

Kirche in Italien kümmert sich

Die Kommissionssprecherin äusserte sich nicht dazu, wie die Flüchtlinge auf die fünf EU-Länder verteilt werden sollen. Dem Vernehmen nach soll mehr als die Hälfte von ihnen in Italien bleiben, wo sich die Kirche um sie kümmern will.

In der EU schwelt seit langem ein Streit über die Verteilung von Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. Italien verweigert Schiffen mit Flüchtlingen inzwischen die Einfahrt in seine Häfen, solange nicht geklärt ist, welche anderen Staaten die Menschen aufnehmen. Die Schiffe liegen deshalb oft tage- oder wochenlang mit den erschöpften Migranten vor der Küste.

Nach einem Treffen in Paris am Montag vergangener Woche hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, dass 14 EU-Staaten der Umverteilung von Flüchtlingen auf Basis eines «solidarischen Mechanismus» zugestimmt hätten. Salvini, der an dem Pariser Treffen nicht teilgenommen hatte, reagierte erbost auf die Erklärung. «Italien nimmt keine Befehle entgegen», erklärte er. Macron hatte betont, die Migranten müssten weiterhin in Italien an Land gehen. (sda)

Erstellt: 31.07.2019, 14:01 Uhr

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