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Loveparade-Drama: Rüttgers gerät ins Zwielicht

Im Genehmigungsverfahren soll die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen unter dem früheren CDU-Ministerpräsidenten laut einem Medienbericht Druck auf die Stadt Duisburg ausgeübt haben.

Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt: Der Entwurf eines Stahlreliefs des Künstlers Jürgen Meister, das zum Gedenken an die 21 Opfer der Loveparade in der Nähe der Unglücksstelle in Duisburg aufgestellt werden soll. (20. Dezember 10)
Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt: Der Entwurf eines Stahlreliefs des Künstlers Jürgen Meister, das zum Gedenken an die 21 Opfer der Loveparade in der Nähe der Unglücksstelle in Duisburg aufgestellt werden soll. (20. Dezember 10)
Keystone
Am 1. Juni 2011 wurde bekannt, dass sich der Anfangsverdacht bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg zum Loveparade-Drama bestätigt hat.
Am 1. Juni 2011 wurde bekannt, dass sich der Anfangsverdacht bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg zum Loveparade-Drama bestätigt hat.
Keystone
Die Polizei war mit 1200 Beamten vor Ort.
Die Polizei war mit 1200 Beamten vor Ort.
Keystone
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Dies berichtete das Nachrichtenmagazin «Focus» am Samstag in einer Vorabveröffentlichung unter Berufung auf ein Besprechungsprotokoll zum ersten Planer-Treffen für die Techno-Party am 2. Oktober 2009. Demnach betonte der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe, dass Jürgen Rüttgers «in der Vergangenheit bereits eine Aussage getroffen habe, dass die Loveparade in Duisburg stattfinden sollte». Eine Absage könne daher «lediglich aus gravierenden Sicherheitsbedenken erfolgen».

Anfang März 2010 hielt das Ordnungsamt laut dem Bericht in einem weiteren Protokoll «die Durchführung der Veranstaltung» auf dem alten Güterbahnhof «nicht für möglich», konnte sich aber nicht durchsetzen. Sorgen bereitete demnach das Fluchtkonzept über die schmalen Tunnel, die auf das Festgelände führten. Am 20. Juni hätten die Behörden moniert, die Pläne der Veranstalter würden gegen die Verordnung für den Betrieb von Sonderbauten verstossen.

Warnung vor «immensen wirtschaftlichen Schäden

Kurz vor Beginn der Loveparade erhöhte der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller, dem Artikel zufolge den Druck auf das Duisburger Rathaus. Das Bauamt hatte demnach am 14. Juli wichtige Unterlagen eingefordert, darunter ein Sicherheitskonzept. Fünf Tage später habe sich eine Anwaltskanzlei im Auftrag von Schallers Firma Lopavent gemeldet und auf die Erteilung einer so genannten Sondernutzungserlaubnis gedrängt. Dabei warnten die Juristen vor einer Absage des Mega-Events und wiesen auf die «immensen wirtschaftlichen aber auch ideellen Schäden für Veranstalter, die Metropole Ruhr und die Stadt Duisburg» hin. Am 21. Juli gab die Stadt grünes Licht für die Veranstaltung.

Bei der Loveparade am 24. Juli war eine Massenpanik ausgebrochen. 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt. Die Verantwortung für die Katastrophe ist noch ungeklärt: Stadt, Veranstalter und Polizei warfen sich nach dem Desaster wiederholt gegenseitig Versäumnisse vor.

AFP/raa

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