Zum Hauptinhalt springen

Luxemburg drückt aufs Tempo

Schon 2015 möchte Ministerpräsident Jean-Claude Juncker den automatischen Datenaustausch mit der EU einführen. Somit fällt eines der letzten Bankgeheimnisse.

bru
Kommen der EU entgegen: Jean-Claude Juncker (links) und der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann.
Kommen der EU entgegen: Jean-Claude Juncker (links) und der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann.
Keystone

Der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker hat bestätigt, dass Luxemburg sein Bankgeheimnis lockern und sich an einem Informationsaustausch auch über Zinserträge mit den anderen EU-Ländern beteiligen will. «Wir können den automatischen Informationsaustausch gefahrlos zum 1. Januar 2015 einführen», sagte Juncker heute in Luxemburg vor dem Parlament des Grossherzogtums.

Der Finanzplatz Luxemburg sei zu diesem Schritt bereit, durch eine Lockerung des Bankgeheimnisses «gehen nicht die Lichter aus». Luxemburg habe beschlossen, zum 1. Januar 2015 «die automatische Auskunftserteilung einzuführen für Zinserträge, die von Luxemburger Finanzinstituten an in anderen EU-Mitgliedstaaten ansässige Privatpersonen ausgezahlt werden», heisst es einer Mitteilung der Regierung vom Mittwoch. Ziel sei, dass die Zinserträge «nach den Rechtsvorschriften letzterer Mitgliedstaaten effektiv besteuert werden, bei gleichzeitigem Schutz ihrer steuerlich nicht relevanten Daten». Luxemburg müsse zur Kenntnis nehmen, dass die internationalen Entwicklungen «auf den automatischen Informationsaustausch hinsteuern».

Weigerung der Weitergabe

Luxemburg und Österreich sind zum Missfallen anderer EU-Staaten bisher die beiden einzigen Länder in der Europäischen Union, die sich mit Hinweis auf ihr Bankgeheimnis weigerten, einer automatischen Weitergabe von Informationen über Zinserträge von ausländischen EU-Bürgern in ihrem Land an die Steuerbehörden der anderen Mitgliedstaaten weiterzuleiten. In einem Interview am Wochenende hatte bereits der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden die Bereitschaft zu einem Umschwung signalisiert.

Ähnliche Signale kamen in dieser Woche aus Österreich. Bisher erheben die beiden Länder auf die Guthaben von Ausländern eine anonyme Quellensteuer von 35 Prozent der Zinserträge, die zum grossen Teil an die Herkunftsländer überwiesen wird, ohne den Namen zu nennen.

«Weiterentwicklung des Finanzplatzes»

«Diese Entscheidung der Luxemburger Regierung erwächst aus dem Dialog, den wir über Jahre mit unseren Partnern geführt haben sowie aus unserer Analyse der künftigen Ausrichtung der internationalen Finanzwelt», heisst es in der Erklärung der luxemburgischen Regierung. «Die heutige Entscheidung ist ein Meilenstein in der Weiterentwicklung des Luxemburger Finanzplatzes.»

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch