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Machtbasis statt Basisdemokratie

Emmanuel Macron wird es nicht schaffen, den Trick, der ihn an die Staatsspitze gebracht hat, zu wiederholen.

Der neue starke Mann bei La République En Marche: Christophe Castaner am Parteitag in Lyon. Foto: Laurent Cipriani (AP, Keystone)
Der neue starke Mann bei La République En Marche: Christophe Castaner am Parteitag in Lyon. Foto: Laurent Cipriani (AP, Keystone)

Emmanuel Macron hat die Macht in Frankreich. Aber eine solide Machtbasis hat er nicht. Dazu ist mehr nötig als die Begeisterung der Aktivisten, die sich seiner Bewegung La République En Marche vor der Präsidentenwahl angeschlossen hatten – und sich jetzt zum Teil enttäuscht abwenden. Um die Macht zu erhalten und die Politik der Erneuerung durchsetzen zu können, macht Macron seine Bewegung daher jetzt genau zu dem, was sie erst nicht sein sollte: zu einer klassischen, schlagkräftigen Partei.

Das ist wenigstens ehrlich, denn En Marche war nie die Basisbewegung, für die sie viele seiner Anhänger halten wollten. Machtbasis und Basisdemo­kratie haben für Macron nicht viele Gemeinsamkeiten. Nicht umsonst hat er sich im Studium für Machiavelli interessiert.

Nun setzt der junge Staatschef bei En Marche mit Christophe Castaner einen hörigen Parteisoldaten ein, der die einstige Sammelbewegung straff führen wird. Sein Kalkül ist, dass er nur so in den nächsten Jahren Wahlmandate auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene erobern wird. Und auf diese Erfolge ist Macron dringend angewiesen, wenn seine Reformpolitik bis in jeden Winkel Frankreichs übersetzt werden soll.

Und: Die Mandate, die En Marche bei den Zwischenwahlen erringen will, sollen die Wiederwahl Emmanuel Macrons 2022 ermöglichen. Den Trick mit der spontanen Sammelbewegung hat Macron in den Elysée befördert. Doch er wird ihn nicht wiederholen können.

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