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Madrid schickt Polizisten nach Katalonien – aber keine Panzer

Die spanische Regierung entsendet Polizisten nach Katalonien. Sie sollen das Unabhängigkeitsreferendum verhindern. Ein Militäreinsatz sei nicht geplant.

Madrid will vorbereitet sein: Ein Beamter der Guardia Civil steht neben einem Pro-Referendumplakat in Girona. (19. September 2017
Madrid will vorbereitet sein: Ein Beamter der Guardia Civil steht neben einem Pro-Referendumplakat in Girona. (19. September 2017
Josep Lago, AFP

In dem seit Tagen eskalierenden Konflikt um das geplante Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien hat sich auch heute keine Entspannung abgezeichnet. Die spanische Regierung kündigte die Entsendung zusätzlicher Polizisten in die Region an.

Sie sollten aktiv werden, falls die Regionalregierung am 1. Oktober die Abstimmung durchführe, teilte das Innenministerium mit. Die Zentralregierung in Madrid hält die Abstimmung für illegal und liess deshalb etwa ein Dutzend Mitarbeiter der Regionalregierung festnehmen.

Sechs der Festgenommenen wurden heute von einem katalanischen Richter unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt. In einer Erklärung hiess es, die sechs hätten die Aussage verweigert. Gegen sie wird weiter wegen Ungehorsams, Machtmissbrauchs und Unterschlagung im Zusammenhang mit dem geplanten Referendum ermittelt. Sie müssen sich wöchentlich bei Gericht melden. Mehrere weitere Beamte, die ebenfalls am Mittwoch festgenommen worden waren, kamen bereits zuvor frei.

In Barcelona und der katalanischen Stadt Hospitalet de Llobregat war es seit Donnerstag zu Protesten gekommen, die Demonstranten forderten die Freilassung der festgenommenen Beamten. An Protesten an der Universität von Barcelona beteiligten sich rund 2000 Studierende. Vertreter der Studentenschaft riefen die Demonstranten auf, die Proteste über das Wochenende fortzusetzen.

Kämpfen für die Unabhängigkeit Kataloniens: Studenten besetzen die Universität von Barcelona. (Video: Tamedia/Storyful)

Zur Unterstützung der Regionalpolizei

Das Madrider Innenministerium teilte mit, die zusätzlichen Polizisten sollten die Regionalpolizei unterstützen, die ebenfalls angewiesen sei, das Referendum zu verhindern. Eine Zahl wurde nicht genannt. Das katalanische Innenministerium sei informiert worden. Drei Fähren im Hafen der katalanischen Hauptstadt Barcelona würden den zusätzlichen Polizisten als Unterkunft dienen.

Schwimmende Unterkunft: Wegen Massenprotesten in Katalonien will Madrid Hunderte Polizisten im Hafen von Barcelona auf drei Fähren unterbringen. (21. September 2017) Bild: Josep Lago/AFP
Schwimmende Unterkunft: Wegen Massenprotesten in Katalonien will Madrid Hunderte Polizisten im Hafen von Barcelona auf drei Fähren unterbringen. (21. September 2017) Bild: Josep Lago/AFP

Die Spannungen zwischen der Zentralregierung und Katalonien wegen des geplanten Referendums haben in den vergangenen Tagen zugenommen. Unter anderem liess Madrid etwa zehn Millionen Stimmzettel beschlagnahmen.

Verteidigungsministerium: «Fake-News»

In spanischen Online-Medien und auf Twitter kursieren Bilder, die Schützenpanzer auf Tiefladern zeigen, die offenbar in die aufrührerische Region gebracht werden. Das spanische Verteidigungsministerium stellte mit Vehemenz klar, dass es sich dabei um eine erfundene Geschichte handle.

Die Geschichte dazu beschrieb den möglichen Einsatz einer motorisierten Reservetruppe, die zusammen mit drei Bataillonen nach Katalonien geschickt worden seien.

dapd/nag

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