Maltesischer Geschäftsmann von Zeugen schwer belastet

Im Fall der getöteten Journalistin Daphne Caruana Galizi kommt der mögliche Drahtzieher des Mordes immer mehr unter Druck.

Steckt offenbar tief in der kriminellen Angelegenheit drin: Yorgen Fenech. (AP/Keystone/29. November 2019)

Steckt offenbar tief in der kriminellen Angelegenheit drin: Yorgen Fenech. (AP/Keystone/29. November 2019)

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Der schwerreiche maltesische Geschäftsmann Yorgan Fenech wurde von einem Zeugen vor Gericht beschuldigt, den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia angeordnet zu haben.

Der sogenannte «Mittelsmann» sagte am Mittwoch in Valletta aus, dass ihn Fenech beauftragt habe, Mörder zu finden, um die Journalistin zu töten. Dafür habe Fenech ihm einen Umschlag mit 150'000 Euro Bargeld gegeben.

Fenech zögerte dem Zeugen zufolge noch einmal, entschied aber im Juni 2017, dass die Tat ausgeführt werden solle. «Er sagte mir: ‹Sag ihnen, sie sollen das durchziehen, ich will Daphne töten›», sagte der Zeuge bei einer Verhandlung gegen die mutmasslichen Attentäter.

Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 getötet worden. Eine Bombe explodierte, als sie mit ihrem Auto von Zuhause losfahren wollte. Sie wurde 53 Jahre alt. Sie hatte sich mit Recherchen zu Korruption zwischen Regierung und Geschäftswelt im kleinsten EU-Land viele Feinde gemacht.

Drei Männer wurden festgenommen und angeklagt, die Bombe gebaut und gezündet zu haben. Diese drei standen am Mittwoch vor Gericht. Mögliche Hintermänner blieben lange im Dunkeln.

Fenech wollte sich aus dem Staub machen

Fenech wurde am 20. November vor Malta festgenommen, als er mit seiner Jacht vor Sonnenaufgang in See gestochen war. Vorigen Samstag wurde gegen ihn als möglicher Drahtzieher Anklage erhoben. Der «Mittelsmann» war Mitte November unter Geldwäschevorwürfen festgenommen worden. Premierminister Muscat sagte ihm Straffreiheit zu, falls er brauchbare Information im Mordfall Daphne liefere.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen teilte mit, dass sie gemeinsam mit den Hinterbliebenen Fenech und zwei weitere mutmassliche Schlüsselfiguren in Frankreich verklagt habe. Fenech, dem Ex-Stabschef Keith Schembri und dem früheren Minister Konrad Mizzi werde Beihilfe zum Mord sowie Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit vorgeworfen. Die drei weisen alle Vorwürfe zurück.

Die Reporterorganisation verwies auf die Recherchen Caruana Galizias und eines nach ihrem Tod gebildeten Journalisten-Verbunds (»Daphne-Projekt«), denen zufolge Fenech Geld an Schembri und Mizzi zahlte. Es ging dabei unter anderem um einen lukrativen Auftrag zum Bau eines Gaskraftwerks auf Malta. Das Geld floss demnach von einem geheimen Fonds Fenechs auf Briefkastenfirmen in Panama.

Vorwurf der Bestechung

Reporter ohne Grenzen schreibt nun, dass Fenech auch Besitz in Frankreich habe, darunter ein Luxushotel und einen Rennstall. Mit Gewinnen daraus könnte er Schembri und Mizzi bestochen sowie die mutmasslichen Bombenleger bezahlt haben. Deshalb müsse nun die Justiz in Frankreich helfen, die Wahrheit herauszufinden.

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, sie erwarte gründliche und unabhängige Ermittlungen. Es sei entscheidend, dass alle Verantwortlichen so schnell wie möglich vor Gericht kämen. «Ich bin wegen der jüngsten Entwicklungen in Malta sehr beunruhigt», erklärte die Deutsche. (fal/sda)

Erstellt: 04.12.2019, 20:32 Uhr

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