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Mehr als 200 Verletzte bei Bahn-Protesten bei Turin

Bei einer Demonstration gegen ein Milliardenprojekt der italienischen Bahn ist es zu massiven Zusammenstössen zwischen Teilnehmern und Polizei gekommen. Mindestens 188 Beamte wurden verletzt.

Eine sehr hohe Zahl von Beamten wurde verletzt: Italienische Polizisten im Einsatz bei der Demonstration gegen eine Bahnlinie im Susa-Tal bei Turin.
Eine sehr hohe Zahl von Beamten wurde verletzt: Italienische Polizisten im Einsatz bei der Demonstration gegen eine Bahnlinie im Susa-Tal bei Turin.
Keystone

Neben den fast 200 Beamten seien am Sonntag auch mehrere Demonstranten und ein Bauarbeiter verletzt worden, teilte die Polizei am Abend mit. Mindestens fünf Menschen wurden demnach festgenommen.

Rund 6000 Menschen demonstrierten zunächst friedlich an der Baustelle eines Tunnels für die Schnellstrecke im Susa-Tal in der Nähe von Turin. Im Verlaufe des Protestes kam es dann an mehreren Stellen zu Zusammenstössen.

Steine, Feuerwerk und Tränengas

Die Demonstranten warfen den Angaben zufolge Steine und Feuerwerkskörper auf die Beamten. Die Sicherheitskräfte setzten demnach Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Einigen Teilnehmern sei es gelungen, die Bauzäune zu überwinden, teilte die Polizei mit. Viele Demonstranten, die in die Zusammenstösse verwickelt gewesen seien, hätten den Protest für Gewalt ausgenutzt. Mehrere Teilnehmer seien aus diesem Ausland angereist.

Italiens Präsident Giorgio Napolitano verurteilte die Gewalt gegen die Sicherheitskräfte und erklärte, es werde nicht zugelassen, dass gewalttätige Teilnehmer die Proteste infiltrierten.

15-Milliarden-Projekt

Die Proteste richten sich gegen ein Bahntrasse, das für eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Italien und Frankreich gebaut und zum Teil mit EU-Geld finanziert wird.

Die Bewohner des Alpen-Tales wehren sich mit allem Nachdruck gegen das 15 Milliarden Euro teure Projekt, das aus ihrer Sicht der Umwelt schadet und die Landschaft verschandelt. Dabei werden sie zunehmend von überregionalen Gruppen unterstützt. Die Bandbreite reicht dabei von Anarchisten bis zu Katholiken.

Am vergangenen Montag waren bereits fast 30 Menschen bei Zusammenstössen verletzt worden, darunter 25 Polizisten.

SDA/rub

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