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Mehr als tausend Migranten stürmen Zaun vor Ceuta

Mit Gewalt versuchten in der Neujahrsnacht zahlreiche Migranten, den Absperrzaun zur spanischen Exklave zu überwinden.

Die einzigen EU-Aussengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent, Ceuta und Melilla, sind mit zwei meterhohen Zäunen geschützt: Ein Migrant scheitert beim Versuch, den Zaun zu überwinden. (1. Januar 2017)
Die einzigen EU-Aussengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent, Ceuta und Melilla, sind mit zwei meterhohen Zäunen geschützt: Ein Migrant scheitert beim Versuch, den Zaun zu überwinden. (1. Januar 2017)
Jose Antonio Sempere, Reuters

Mehr als tausend Migranten aus dem südlichen Afrika haben in der Nacht zum Neujahrstag versucht, über den Absperrzaun in die spanische Exklave Ceuta in Marokko zu gelangen. Die spanischen Behörden teilten mit, dass dabei 50 Mitglieder der marokkanischen Sicherheitskräfte und fünf spanische Polizisten verletzt wurden. Letztlich gelang es keinem der Migranten, die sechs Meter hohen Grenzzäune zu überwinden.

Das Vorgehen der Migranten wurde von den Behörden in Ceuta als «extrem gewalttätig» beschrieben. Sie hätten Metallstäbe, Drahtscheren und Steine eingesetzt, einer der verletzten Beamten habe ein Auge eingebüsst. Rund hundert Migranten gelang es demnach, auf den ersten von zwei Absperrzäunen zu klettern.

Fernsehaufnahmen zeigten, wie ein Mann im Morgengrauen von dem ersten Zaun herunterklettert und sich im Zwischenraum zum zweiten Zaun hinlegt. Dann wird ihm von einem spanischen Polizisten eine Flasche Wasser gereicht, bevor er auf die marokkanische Seite des Zauns zurückgebracht wird.

Sechs Meter hohe Zäune

Am 9. Dezember war es 400 Migranten gelungen, auf das Gebiet von Ceuta vorzudringen. Immer wieder versuchen Schutzsuchende, mit dem Vordringen in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla EU-Gebiet zu erreichen. Die beiden Exklaven haben die einzigen EU-Aussengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Die Grenzanlagen bestehen aus zwei je sechs Meter hohen Zäunen, dazwischen erschwert ein Netz aus Stahlkabeln das Vorankommen.

Menschenrechtsorganisationen fordern regelmässig von der UNO und der EU, Druck auf Spanien auszuüben, damit Flüchtlinge einen Asylantrag stellen können. 2016 kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) rund 18'000 Flüchtlinge in Spanien an.

AFP/thu

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