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Mehrheit der Briten will aus der EU austreten

Erstmals spricht sich die Mehrheit der Briten für einen Brexit aus. Der Stimmungswechsel dürfte mit der Flüchtlingskrise und den Anschlägen in Paris zusammenhängen.

Mehr als die Hälfte der britischen Bevölkerung will aus der Europäischen Union austreten. Das hat eine Meinungsumfrage der britischen Zeitung «The Independent» ergeben.

Demnach sind 52 Prozent für den Brexit, während nur 48 Prozent in dem Verbund bleiben wollen – bisher war es umgekehrt. Dabei gab es zwischen den Altersgruppen grosse Unterschiede. Die jüngere Generation steht der EU offen gegenüber: 69 Prozent der 18- bis 24-Jährigen wünschen sich weiterhin die Mitgliedschaft, während es bei den 65-Jährigen nur 38 Prozent sind.

Flüchtlingskrise als Barometer

Es werde vermutet, dass der Stimmungswechsel eine Reaktion auf die Anschläge in Paris und die aktuelle Flüchtlingskrise sei, schreibt die Zeitung. Für die Umfrage wurden vergangene Woche 2000 Briten befragt. Die Statistiker gehen davon aus, dass noch mehr EU-Befürworter ihre Meinung ändern werden, sollte Grossbritannien mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen.

Noch im Juni, Juli und September wollten 55 Prozent in der EU bleiben und 45 Prozent die EU-Verträge auflösen. Ein leichter Rückgang der Befürworter liess sich hingegen letzten Monat ausmachen – 53 Prozent der Befragten befanden die EU-Mitgliedschaft für erstrebenswert, während 47 Prozent dagegen waren.

Cameron will Verträge neu aushandeln

Grossbritannien wird bis Ende 2017 ein Referendum über die Frage abhalten, ob es die EU verlassen soll. Cameron ist nach eigenen Angaben für einen Verbleib in der Gemeinschaft – wenn er seine Reformwünsche durchsetzt.

Unter anderem verlangt er weniger Bürokratie, mehr Macht für die nationalen Parlamente und die Kontrolle Grossbritanniens über die Einwanderung. Dazu will er Zuwanderer aus der EU vier Jahre lang von Sozialleistungen ausnehmen. Die EU hält einige dieser Vorschläge für höchst problematisch.

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