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Moldau: Prorussischer Kandidat erklärt sich zum Sieger

«Jeder versteht, dass ich gewonnen habe», sagt Kandidat Igor Dodon nach der Stichwahl. Der Vorsitzende der oppositionellen Sozialistischen Partei will «Präsident aller Moldauer» sein.

Der neue Staatschef Moldaus: Igor Dodon in Chisinau, Moldau. (13. November 2016)
Der neue Staatschef Moldaus: Igor Dodon in Chisinau, Moldau. (13. November 2016)
Epa/Dumitru Doru

Die Republik Moldau blickt nach Russland. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt hat sich offenbar der moskaufreundliche Kandidat Dodon durchgesetzt.

In der früheren Sowjetrepublik Moldau hat sich der prorussische Kandidat Igor Dodon zum Sieger der Stichwahl um das Präsidentenamt erklärt. Er lag nach Auszählung von über 98 Prozent der Stimmen mit etwas mehr als 54 Prozent vorn, seine Rivalin Maia Sandu kam auf fast 46 Prozent. Dodon hatte bereits in der ersten Runde von dem Unmut vieler Bürger über Korruption unter der proeuropäischen Regierung profitiert. Sanu wollte sich am (heutigen) Montag zum Wahlausgang äussern.

Freundschaft mit Russland

Kurz nach Mitternacht erklärte Dodon: «Jeder versteht, dass ich gewonnen habe.» Der Vorsitzende der oppositionellen Sozialistischen Partei dankte Sandu zudem für einen «harten, aber guten Kampf.» Er werde der Präsident aller Moldauer sein.

Dodon will wieder freundschaftliche Beziehungen zu Russland herstellen. Die sind seit der Unterzeichnung eines Assoziationsabkommens mit der EU an einem Tiefpunkt; Moskau verhängte deswegen ein Handelsembargo für Wein, Obst und Gemüse aus dem Land, das hauptsächlich von seiner Landwirtschaft lebt.

Rivalin wollte in die EU

Die frühere Weltbankökonomin und Bildungsministerin Sandu hatte die Korruptionsbekämpfung zu ihrem grossen Wahlkampfthema gemacht. Sie sieht die Zukunft des Landes in der EU. Um eine Chance auf einen Sieg zu haben, benötigte sie eine hohe Wahlbeteiligung. Diese lag mit 53,3 Prozent zwar um mehr als vier Punkte höher als bei der erste Runde, für Sandu jedoch entmutigend niedrig. Nach Schliessung der Wahllokale erklärte die Vorsitzende der Partei Aktion und Solidarität, die Abstimmung sei schlecht organisiert gewesen.

In dem Nachbarland Rumäniens und der Ukraine ist noch immer die Verärgerung über einen Skandal vor der Parlamentswahl 2014 gross, als fast eine Milliarde Euro bei moldauischen Banken verschwanden. Die proeuropäische Regierung ist seit 2009 im Amt.

SDA/foa

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