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Moskau verkündet Ende der Rubel-Krise

Widersprüchliche Signale: Kaum hat sich der Kurs der russischen Währung etwas erholt, gibt die Regierung Entwarnung. Gleichzeitig ordnet Präsident Putin für seine Minister eine harte Massnahme an.

Die Minister sollen die Lage unter Kontrolle halten: Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) und sein Ministerpräsident Dimitri Medwedew treffen zur Kabinettssitzung in Moskau ein. (25. Dezember 2014)
Die Minister sollen die Lage unter Kontrolle halten: Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) und sein Ministerpräsident Dimitri Medwedew treffen zur Kabinettssitzung in Moskau ein. (25. Dezember 2014)
Reuters

Die russische Regierung hat ungeachtet eines kräftigen Inflationsanstiegs sowie des rasanten Schwundes seiner Devisenreserven die Währungskrise für beendet erklärt. Die Turbulenzen auf dem Devisenmarkt seien nach Ansicht der Regierung vorüber und der Rubel erstarke wieder, erklärte Finanzminister Anton Siluanow heute.

Der Rubel war vergangene Woche wegen des rasanten Ölpreis-Rückgangs sowie wegen der westlichen Sanktionen auf den tiefsten Stand seiner Geschichte gefallen. Die Währung erholte sich jedoch wieder etwas, nachdem die Behörden entschieden gegen den Kursverfall vorgegangen waren.

Reserven auf tiefstem Stand seit vier Jahren

Die russischen Gold- und Devisenreserven sind durch die Stützungskäufe auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Die Moskauer Notenbank bezifferte die Reserven auf 398,9 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 15,7 Milliarden Dollar innerhalb einer Woche.

Zuletzt hatte die Summe im August 2009 unter 400 Milliarden Dollar gelegen. Die Notenbank hat in diesem Jahr insgesamt mehr als 80 Milliarden Dollar zur Stützung des Rubel ausgegeben.

Nach Angaben der Regierung in Moskau hat der Wertverlust des Rubel die Inflationsrate zuletzt auf 10,4 Prozent erhöht. Bis Jahresende könne die Preissteigerung sogar auf rund elf Prozent steigen. Die Preissteigerung hatte zuletzt während der Finanzkrise 2009 die Schwelle von zehn Prozent überschritten.

Putin streicht Ministern Neujahrsferien

Angesichts der Wirtschaftskrise in Russland hat Präsident Wladimir Putin den Ministern die Neujahrsferien gestrichen. Auf einer vom Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung teilte er ihnen am Donnerstag mit, sie könnten es sich nicht leisten, Ferien zu machen. Zwischen dem 1. und 12. Januar haben fast alle russischen Arbeitnehmer frei – in die Zeit fällt auch das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar.

Die russische Wirtschaft ist von westlichen Sanktionen und dem Verfall des Ölpreises hart getroffen worden. Im kommenden Jahr wird Russland nach Expertenprognosen erstmals seit sechs Jahren in eine Rezession fallen. Der Rubel hat in den jüngsten Turbulenzen die Hälfte seines Werts verloren. Putin sagte den Kabinettsmitgliedern, er erwarte von ihnen, dass sie die Lage unter Kontrolle halten.

(SDA)

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