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Nato schickt Aufklärungsflieger an ukrainische Grenze

Das Militärbündnis will in Polen und Rumänien die Grenze zur Ukraine besser überwachen – und hat dazu Awacs-Maschinen von Deutschland und Grossbritannien Richtung Osten gestartet.

Steigt die Gefahr? Eine Frau demonstriert in Kiew gegen einen möglichen Krieg. (23. März 2014)
Steigt die Gefahr? Eine Frau demonstriert in Kiew gegen einen möglichen Krieg. (23. März 2014)
Reuters
In Kiew fürchtet man, dass Russland die ganze Ukraine erobern will: Nicht gekennzeichnete Soldaten dringen mit einem Panzer auf die ukrainische Luftwaffenbasis in Belbek bei Sewastopol ein.
In Kiew fürchtet man, dass Russland die ganze Ukraine erobern will: Nicht gekennzeichnete Soldaten dringen mit einem Panzer auf die ukrainische Luftwaffenbasis in Belbek bei Sewastopol ein.
Shamil Zhumatov, Reuters
Gespenstische Szenen: Soldaten in Balaklawa auf der Krim. (1. März 2014)
Gespenstische Szenen: Soldaten in Balaklawa auf der Krim. (1. März 2014)
VIKTOR DRACHEV, AFP
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Zur besseren Beobachtung der Krise in der Ukraine hat die Nato zwei Überwachungsflugzeuge nach Polen und Rumänien entsendet. Die beiden Awacs-Aufklärungsflugzeuge starteten am Mittwoch von ihren Stützpunkten im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen und im britischen Waddington, wie ein Nato-Sprecher sagte.

Die Flugzeuge würden nicht den Luftraum der Mitgliedsländer verlassen, also weder den ukrainischen noch den russischen Luftraum verletzen. Bereits am Dienstag sei eine Awacs-Maschine für die Überwachungsmission nach Rumänien geflogen. Weitere Missionen seien geplant.

Manöver mit US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer

Sofia Mit eintägiger Verspätung hat am Mittwoch im Schwarzen Meer ein gemeinsames Marinemanöver der USA mit Bulgarien und Rumänien begonnen. An der mehrtägigen Übung nimmt der US-Lenkwaffenzerstörer «Truxtun» mit einer Besatzung von 300 Marinesoldaten teil.

Nach Angaben der bulgarischen Marine gehören auch die bulgarische Fregatte «Drazki» und drei rumänische Schiffe zu dem Übungsverband. Das Manöver findet gegenüber der ukrainischen Halbinsel Krim statt, wo russische Militäreinheiten inzwischen die Kontrolle übernommen haben.

Ein zwischen Ende März und Mitte April geplantes Seemanöver unter der Führung der Ukraine wurde hingegen abgesagt. Dies habe ihm der ukrainische Botschafter mitgeteilt, sagte der bulgarische Verteidigungsminister Angel Naydenow. Die Hafen der ukrainischen Marine auf der Krim wird von der russischen Schwarzmeerflotte blockiert.

Kein Eingreifen auf der Krim

Die Ukraine will auf der Krim nicht militärisch eingreifen und stattdessen ihre Ostgrenze zu Russland sichern. «Wir können keine militärische Operation auf der Krim starten, weil dann unsere Ostgrenze blossliegen würde und die Ukraine nicht geschützt wäre», sagte Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Der weltweite Druck auf Moskau hält indes an, aus den USA und Polen werden weitere Sanktionen gefordert. Russland zähle darauf, dass die Ukraine auf der Krim militärisch aktiv werde, sagte Turtschinow. «Jenseits der ukrainischen Ostgrenze wurden beachtliche Panzereinheiten zusammengezogen, sie provozieren uns, damit sie einen Vorwand haben, das ukrainische Festland anzugreifen», warnte er. Diesem «vom Kreml skizzierten Szenario» werde die Ukraine aber nicht folgen.

Die 28 Nato-Mitgliedsstaaten hatten am Montag entschieden, die Bewertung der Bedrohung für die Allianz zu intensivieren. Erst kurz vor der Nato-Entscheidung hatte die USA die Entsendung von Kampfjets nach Polen und Litauen beschlossen.

Ukrainischer Präsident in Washington

US-Präsident Barack Obama empfängt am (heutigen) Mittwoch den neuen ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk im Weissen Haus. Das Treffen gilt als bedeutende Geste der Anerkennung der USA und des Westens für die neue Regierung in Kiew.

Am Sonntag sollen die Menschen auf der Krim in einem Volksentscheid darüber entscheiden, ob sie künftig Teil von Russland oder Teil der Ukraine mit mehr Autonomie werden wollen. Der Westen hält das Referendum für nicht rechtmässig, weil die Regierung in Kiew nicht in die Entscheidung über das ukrainische Territorium einbezogen wurde.

Bereits am Dienstag hatte die Krim ihre Trennung von der Ukraine vorangetrieben. Noch vor dem Referendum verabschiedete das Regionalparlament eine «Unabhängigkeitsklärung». Wie die ukrainische Regierung stemmt sich der Westen aber weiter gegen die Spaltung des Landes.

afp/dapd/sda/cpm

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