Nazikeule gegen Vierkantholz

Physische Gewalt gegen einen AfD-Politiker lässt die rhetorische Gewalt in der Politik explodieren.

Die Polizei geht nach dem brutalen Angriff auf den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz von politischem Hass als Motiv aus.

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Ist es wirklich so schwierig? Nach dem Angriff auf den AfD-Spitzenpolitiker Frank Magnitz in Bremen könnte man: die Attacke als abscheulich verurteilen, das Opfer als Mensch bedingungslos bedauern, sich klar und grundsätzlich gegen alle physische Gewalt in der Politik verwahren, egal von wem sie kommt und gegen wen sie sich richtet. Man könnte getrost den Untersuchungsrichter arbeiten lassen, seine Erkenntnisse abwarten –und dann, erst dann, könnte man versuchen, politische Schlüsse aus dem Vorfall zu ziehen: sachte, sachlich.

Es wäre so einfach. Aber was passiert? Eine Gewalttat, von der niemand, nicht einmal das Opfer, die Hintergründe kennt, wird zum Instrument der politischen Mobilisierung. Die AfD zelebriert die Opferrolle, bringt als Tatwaffe ein Vierkantholz ins Spiel, das niemand sonst gesehen haben will. Die politischen Gegner schieben reflexartig die Schuld an der Verrohung politischer Sitten der AfD zu, deren Anhänger werden unter Faschismus-Generalverdacht gestellt. Nazikeule gegen Vierkantholz.

Elektronische Netzwerke dienen als Brandbeschleuniger

Die Sprache wird zur Waffe im Kampf um die Wählergunst. Es ist ein Krieg mit Wörtern um die Deutungshoheit. Beschuldigungen werden beidseitig aufgefahren wie Panzerdivisionen. Die fatale Wirkung: Zwischen der rhetorischen und der real existierenden Gewalt verschwimmen die Grenzen.

Das ist eine traurige Abwärtsspirale. Sie zu stoppen, scheint schwierig zu sein, gerade angesichts der Brandbeschleuniger in den elektronischen Netzwerken. Dabei wäre es so einfach: zwischen physischer und rhetorischer Gewalt eine klare Grenze ziehen, die Behörden arbeiten lassen. Und dann erst urteilen: sachte, sachlich.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 10.01.2019, 19:31 Uhr

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