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Neuvölkische Propaganda

Die radikale deutsche Rechte stellt die Geschichte auf den Kopf, dass einem schwindelt. Das hat Absicht und Methode.

Verdrehungen mit Methode: Pegida-Demonstration in Dresden.
Verdrehungen mit Methode: Pegida-Demonstration in Dresden.
Jens Meyer, Keystone

Wer Reden und Plakate der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) studiert und im Netz durch rechtsradikale Verschwörungsblogs stöbert, der erkennt die politische Landschaft Deutschlands nicht wieder. Alles ist zur Unkenntlichkeit entstellt und verdreht, dass einem schwindelt. Angela Merkel wird in Naziuniform als Hitler dargestellt, das Eurozeichen ersetzt das verbotene Hakenkreuz. Der Pegida-Gründer Lutz Bachmann beschimpft den deutschen Justizminister Heiko Maas als Wiedergänger des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels. Der türkischstämmige Autor Akif Pirinçci spricht davon, dass «die KZ leider nicht mehr im Betrieb» seien. Gedacht waren sie in seiner Dresdener Rede nicht etwa für die verhassten Fremden, sondern für die armen Volksdeutschen, als deren Vertreter sich die Pegida-Marschierer sehen. Ginge es nach Hitler-Merkel, so Pirinçci, sollten diese im KZ enden, um Platz für die Fremden zu schaffen. Die Fremdenfeinde imaginieren sich als die neuen Juden.

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