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«Nichts ist übrig, was einem Flugzeug ähnlich sieht»

Die Flugzeugkatastrophe in Madrid kostete 153 Menschen das Leben. Die unter grossem Renditedruck stehende Unglücks-Airline Spanair hatte in der Vergangenheit oft mit technischen Pannen zu kämpfen.

Verbrannte Erde markiert die Schleifspur des verunglückten Flugzeugs neben der Startpiste auf dem Madrider Flughafen.
Verbrannte Erde markiert die Schleifspur des verunglückten Flugzeugs neben der Startpiste auf dem Madrider Flughafen.
Keystone

Eine Maschine der spanischen Fluggesellschaft Spanair mit Ziel Las Palmas de Gran Canaria ist gestern am frühen Nachmittag in Madrid während des Starts abgestürzt und hat wahrscheinlich 153 Menschen in den Tod gerissen. Die Regionalregierung von Madrid berichtete von 19 Überlebenden, davon 16 Schwerverletzten.

Triebwerk geriet in Brand

Das Flugzeug vom Typ McDonell Douglas MD-82, seit 15 Jahren im Dienst, startete gegen 14.45 Uhr von der Startbahn 36 des Madrider Flughafens Barajas. Während des Starts geriet offensichtlich eines der Triebwerke in Brand. Ob die Maschine schon abgehoben hatte oder über die Startbahn hinausschoss, war gestern Abend noch unklar. Das Flugzeug ging in Flammen auf und zerbrach in zwei Teile. Sofort machten sich Rettungskräfte zum Unglücksort auf, insgesamt 230 Rettungssanitäter, 70 Polizisten und 170 Feuerwehrleute. Der Brand war gegen 16.30 Uhr gelöscht. Die Verletzten wurden in Madrider Krankenhäuser mit Spezialabteilungen für Brandverletzte gebracht.

«Es ist nichts übrig, was einem Flugzeug ähnlich sieht», sagte ein Guardia-Civil-Polizist, den die Onlineausgabe von «El País» zitiert. «Es ist furchtbar, es ist alles verbrannt.» Ein Kollege sagte: «Es ist das Höllenähnlichste, was ich je erlebt habe. Die Leichen waren kochend heiss. Wir haben uns verbrannt, als wir sie wegschaffen wollten.»

Erster Start verschoben

Der Spanair-Flug mit der Nummer JKK 5022 sollte offiziell um 13 Uhr den Madrider Flughafen verlassen. Die Maschine rollte um 13.05 Uhr von der Startposition los, musste aber wegen nicht näher bekannter technischer Probleme umkehren. Der Flug teilte seine Codenummer mit der Lufthansa (LH 255), die wie Spanair zum Airlineverbund Star Alliance gehört. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat bisher keine Informationen über Schweizer an Bord des verunglückten Flugzeugs.

Barajas 2 Stunden gesperrt

Wegen des Unglücks blieb Madrid-Barajas gut zwei Stunden für alle Flüge gesperrt. Mehrere Gesellschaften mussten ihre Flüge von und nach Madrid absagen. Der Madrider Flughafen ist der viertgrösste Europas. Nach der Einweihung eines neuen Terminals Anfang 2006 besitzt er eine Kapazität von 70 Millionen Passagieren. Der Flughafen war zuletzt am 30. Dezember 2006 in die Schlagzeilen geraten, als die baskische Terrororganisation ETA im Parkhaus des Terminals 4 eine Autobombe explodieren liess, die zwei Menschen tötete.

Spanair, die zweitgrösste spanische Luftfahrtgesellschaft nach Iberia, hatte in letzter Zeit mit ökonomischen Probleme zu kämpfen. Die Probleme der Fluggesellschaft waren für die Passagiere in jüngster Vergangenheit deutlich zu spüren gewesen. Während die Airline früher eine der pünktlichsten in Spanien war, gab es in diesem Jahr immer wieder deutliche Verspätungen oder Flugausfälle «aus technischen Gründen».

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