Niederlage für Cinque Stelle: Conte stimmt für Bahnstrecke Turin-Lyon

Die umstrittene Bahnlinie sorgte in Italien für kontroverse Diskussionen. Nun hat sich Ministerpräsident Giuseppe Conte für deren Bau ausgesprochen.

Die EU habe mehr Geld für die Förderung der Bahnstrecke zugesagt, erklärte Conte seine Kehrtwende. (Foto: Keystone)

Die EU habe mehr Geld für die Förderung der Bahnstrecke zugesagt, erklärte Conte seine Kehrtwende. (Foto: Keystone)

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Erst vor wenigen Monaten stand die Regierungskoalition in Italien wegen der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke auf der Kippe – jetzt hat sich Ministerpräsident Giuseppe Conte für die umstrittene Bahnlinie zwischen Frankreich und Italien ausgesprochen.

Es sei teurer, die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Turin und Lyon (TAV) nicht zu bauen, als sie fertigzustellen, sagte der parteilose Conte am Dienstagabend in einem Facebook-Video. «Auf dem Spiel steht viel Geld.»

Die beiden regierenden Parteien Lega und Fünf-Sterne-Bewegung streiten seit langem, ob die Schnellstrecke nach Jahren endlich fertig gebaut werden soll oder nicht. Während die Lega für das Milliardenprojekt ist, sind die Sterne dagegen. Conte selbst hatte noch im März Zweifel an dem Bahnprojekt geäussert. Nun habe die EU mehr Geld für die Förderung zugesagt, erklärte Conte seine Kehrtwende.

EU-Kommission betont Bedeutung für Europa

Im März wäre fast die Regierungsallianz an dem Streit zerbrochen. Die geplante insgesamt 270 Kilometer lange Bahntrasse mit einem rund 60 Kilometer langen Tunnel durch die Alpen ist seit Jahren avisiert und wird bereits von der EU gefördert. Auf einem Teil wurde auch schon mit den Bauarbeiten begonnen. Die Strecke soll sowohl die Zugfahrten zwischen Städten in Europa wie Mailand, Venedig, Barcelona, Lissabon und Paris beschleunigen, als auch den Güterverkehr auf die Schienen bringen.

Die EU-Kommission betonte zuletzt mehrfach die Wichtigkeit des Projekts für Europa und warnte, dass bei weiteren Verzögerungen das Risiko steige, dass EU-Gelder zurückgezogen würden. (sda)

Erstellt: 24.07.2019, 08:33 Uhr

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