Niederlande vereinbart Rückkehr von IS-Kämpferinnen

Der Irak wird keine Niederländerinnen festnehmen. Anhängerinnen des IS können dadurch nun ihr Konsulat in Erbil erreichen.

Mussten vor dem Krieg fliehen: Anhängerinnen des IS werden mit ihren Kindern auf einem Lastwagen zu einem Flüchtlingscamp im Norden Syriens gebracht. (5. März 2019)

Mussten vor dem Krieg fliehen: Anhängerinnen des IS werden mit ihren Kindern auf einem Lastwagen zu einem Flüchtlingscamp im Norden Syriens gebracht. (5. März 2019) Bild: Eyevine

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Die Niederlande haben mit dem Irak eine Rückkehrmöglichkeit für niederländische Kämpferinnen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und für deren Kinder getroffen. Die Frauen und Kinder sitzen derzeit im Norden Syriens fest.

Der Irak habe zugesichert, die Niederländerinnen nicht festzunehmen, teilte Justizminister Fred Grapperhaus am Donnerstag mit. Somit können die Frauen und ihre Kinder das niederländische Konsulat im nordirakischen Erbil erreichen, ohne dass ihnen die Festnahme und möglicherweise die Todesstrafe im Irak droht wegen ihrer Mitgliedschaft bei den sunnitisch-islamischen Extremisten.

Der Justizminister betonte, die Niederlande würden keine Rückholung der Frauen organisieren. Ein Gericht in Rotterdam hatte die niederländische Regierung in einem Urteil zur Strafverfolgung von zehn mutmasslichen IS-Kämpferinnen verpflichtet, einen Haftbefehl gegen die Frauen zu erlassen und ihre Rückkehr zu ermöglichen. Ansonsten drohten Vorwürfe zu verjähren.

Zur Frage der Rücknahme hatte Bundesrätin Karin Keller-Sutter im März gesagt, Schweizer Jihadisten sollten vor Ort vor Gericht gestellt werden.

Die Frauen blieben bis zum Ende

Die letzte IS-Bastion, die Stadt Baghus im Osten Syriens, wurde am 23. März für befreit erklärt. Das bedeutete zugleich das Ende des selbst ernannten Kalifats der IS-Terrormiliz. Tausende IS-Kämpfer sind nach ihrer Aufgabe in Gefangenenlager gebracht worden, wo sie verhört werden. Mehr als 70'000 Flüchtlinge sind in dem von Kurden kontrollierten Lager al-Hul untergekommen.

Auf dem Höhepunkt ihrer Macht kontrollierten die sunnitischen Extremisten eine Region, die sich über weite Teile Syriens und des Iraks erstreckte. Die von den USA geführte Militärintervention gegen den IS begann Mitte Juni 2014. (aru/sda)

Erstellt: 23.05.2019, 13:37 Uhr

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