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«Oligarchen wie Chodorkowski waren im Volk verhasst»

Nach Michail Chodorkowski sind nun auch die Musikerinnen von Pussy Riot frei. Weltweit berichten Medien beinahe schon exzessiv. Wie aber sehen die Russen die Ereignisse? TA-Korrespondent Julian Hans erklärt es.

Wird erst einmal zur Ruhe kommen müssen: Der Ex-Oligarch steht den Medien Rede und Antwort.
Wird erst einmal zur Ruhe kommen müssen: Der Ex-Oligarch steht den Medien Rede und Antwort.
AP Photo/Michael Sohn
Auf der Medienkonferenz: Michail Chodorkowski in Berlin.
Auf der Medienkonferenz: Michail Chodorkowski in Berlin.
Reuters
Nach wenigen Monaten hätten Chodorkowski und Lebedew das Gefängnis verlassen können. Doch sie wurden zu einem zweiten Prozess bestellt – und am 27. Dezember 2010 erneut verurteilt.
Nach wenigen Monaten hätten Chodorkowski und Lebedew das Gefängnis verlassen können. Doch sie wurden zu einem zweiten Prozess bestellt – und am 27. Dezember 2010 erneut verurteilt.
PD
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Wie nehmen die Menschen in Russland den Fall Chodorkowski wahr? Viele haben es damals begrüsst, als nach den chaotischen 90er-Jahren mit den Oligarchen aufgeräumt wurde. Sie waren in der Bevölkerung verhasst, weil sie sich in undurchsichtigen Manövern Staatseigentum unter den Nagel gerissen hatten – und dazu gehörte auch Michail Chodorkowski. Als Wladimir Putin den Ex-Jukos-Chef im Oktober 2003 mithilfe eines Sondereinsatzkommandos in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf dem Flughafen von Nowosibirsk verhaften liess, haben deshalb viele applaudiert. Es kam gut an, dass man endlich gegen die Oligarchen vorging – auch wenn viele andere nie vor Gericht kamen. In Chodorkowski sehen viele Russen noch immer einen Vertreter der «räuberischen Privatisierung».

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