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Papst Benedikt wandelt auf den Spuren Luthers

Der zweite Tag der Deutschlandreise von Papst Benedikt XVI. steht ganz im Zeichen der Ökumene. Am Vormittag flog das katholische Kirchenoberhaupt von Berlin nach Thüringen.

Papst Benedikt XVI. spricht im Münster von Freiburg den Segen. (24. September 2011)
Papst Benedikt XVI. spricht im Münster von Freiburg den Segen. (24. September 2011)
Reuters
Zehntausende jubeln in Erfurt Papst Benedikt XVI. zu. (24. September 2011)
Zehntausende jubeln in Erfurt Papst Benedikt XVI. zu. (24. September 2011)
Reuters
Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren (Olympiastadion in München). (21. September 2011)
Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren (Olympiastadion in München). (21. September 2011)
Reuters
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Im Erfurter Augustinerkloster erwarteten Papst Benedikt XVI. Vertreter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In diesem Kloster lebte Martin Luther von 1502 bis 1512. Nach einem ökumenischen Gottesdienst wollte der Papst mit dem Hubschrauber zur Wallfahrtskapelle Etzelsbach zu einer Marianischen Vesper fliegen.

Vor seinem Abflug hatte der Papst in Berlin Vertreter des Islams getroffen. Dabei rief er zum gemeinsamen Einsatz von Katholiken und Muslimen für mehr soziale Gerechtigkeit auf. Als «Menschen des Glaubens» könnten sie einen Beitrag leisten für den Aufbau einer besseren Welt.

An der Begegnung in der Apostolischen Nuntiatur nahmen unter anderen Repräsentanten der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Schiiten teil. Der Zentralratsvorsitzende Aiman A. Mazyek sagte, es gebe eine grosse Chance, dass der muslimisch-christliche Dialog weiter an Fahrt gewinne. Er dankte dem Papst dafür, dass er in aller Deutlichkeit diesem Dialog einen solchen Stellenwert einräume. Das sei ein «wichtiges und wohltuendes Zeichen» gewesen.

«Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch»

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), die den Papst am Flughafen in Erfurt abholte, sagte: «Es ist der erste Besuch eines Papstes in der 2000-jährigen Kirchengeschichte und insbesondere in der fast fünfhundertjährigen Reformationsgeschichte im Kernland der Reformation.» Das sei «ein grosses Zeichen der ökumenischen Begegnung, das noch lange Zeit über den Besuch hinausstrahlen wird.»

Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, sagte vor dem Treffern mit dem Papst im ZDF: «Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch, dass ist für mich gar keine Frage.» Von der Begegnung mit Benedikt könnten Impulse für ein Zusammenkommen ausgehen. Man müsse bei den Erwartungen an einen solchen Besuch aber das «richtige Mass finden».

Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke plädiert angesichts des Papstbesuches in Deutschland für eine weitere Öffnung der katholischen Kirche. «Wir müssen uns reformieren», sagte Jaschke dem ZDF. So solle Geschiedenen, die in einer neuen Partnerschaft leben, die Teilnahme an der heiligen Kommunion ermöglicht werden. «Wir müssen die Brüche menschlichen Lebens richtig ernst nehmen und dürfen nicht mit Prinzipien darüber hinweggehen», mahnte Jaschke.

Pilgerfeld schon am frühen Morgen geöffnet

An der Wallfahrtskapelle Etzelsbach im thüringischen Eichsfeld wurde das Pilgerfeld bereits am frühen Morgen geöffnet. In Etzelsbach wollte der Papst am Abend vor mehr als 60'000 Pilgern die Marianische Vesper feiern. Für den Anreiseverkehr war seit Mitternacht ein nahes Teilstück der Autobahn A 38 gesperrt worden. Es dient als Busparkplatz, von dem die Besucher dann auf mehreren Pilgerwegen zu der Wallfahrtskapelle laufen.

Seinen ersten Gottesdienst hatte Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion mit 61.000 Gläubigen gefeiert. Erzbischof Rainer Maria Woelki dankte dem Papst für ein «bewegendes Fest des Glaubens». Der Berliner Erzbischof Woelki begleitet den Papst mit den anderen deutschen Bischöfen zu den weiteren Stationen seines Deutschlandbesuchs nach Erfurt und Freiburg.

AFP/pbe

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