Papst Franziskus im Nazi-Vernichtungslager

Das Kirchenoberhaupt sprach in Auschwitz mit Überlebenden und betete in der Gefängniszelle eines katholischen Heiligen.

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Mit einem Gang durch das Tor mit dem Schriftzug «Arbeit Macht Frei» hat Papst Franziskus am Freitag einen historischen Besuch im ehemaligen deutschen Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau begonnen.

Das katholische Kirchenoberhaupt wurde anschliessend in einem kleinen Auto einen Pfad entlang gefahren, der von Baracken gesäumt ist. Der Papst traf zudem mehrere Überlebende des Lagers, das im Süden Polens liegt. Das Land befand sich früher unter deutscher Besatzung.

Gebet in Gefängniszelle von Heiligem

Er gab jedem der Überlebenden die Hand und beugte sich vor, um die älteren Menschen auf beide Wangen zu küssen. Eine Frau küsste die Hand des Papsts. Franziskus nahm sich auch Zeit, einige Worte mit den Überlebenden auszutauschen. Der Papst betete in Auschwitz auch in der dunklen, unter der Erdoberfläche gelegenen Gefängniszelle des katholischen Heiligen Maximilian Kolbe. Der Franziskanerbruder hatte während des Zweiten Weltkriegs sein eigenes Leben geopfert, um dasjenige eines anderen Mannes zu retten.

Franziskus ist der dritte Papst in Folge, der nach Auschwitz gereist ist. Dort hatten die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler mehr als eine Million Menschen ermordet, darunter mehrheitlich Juden. Franziskus ist zugleich der erste Papst, der keine persönliche Beziehung zu dem Ort hat. Während Johannes Paul II. aus Polen stammte, ist Benedikt XVI. Deutscher.

Im nahe gelegenen Birkenau, wo die meisten der jüdischen Opfer des KZ in Gaskammern ermordet wurden, wollte Franziskus mit Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft zusammenkommen. (rub/sda)

Erstellt: 29.07.2016, 11:37 Uhr

Fehltritt: Papst Franziskus stürzt in polnischer Kirche. (Video Reuters)

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