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Pariser Eklat um anzügliche Videos

Er wollte Bürgermeister werden, doch nun hat Benjamin Griveaux seine Kandidatur zurückgezogen - und Strafanzeige erstattet.

Benjamin Griveaux will seine Familie schützen: Der Politiker an einer Pressekonferenz. (5. Februar 2020)
Benjamin Griveaux will seine Familie schützen: Der Politiker an einer Pressekonferenz. (5. Februar 2020)
Benoit Tessier, Reuters

Der Politiker Benjamin Griveaux hat nach einem Eklat um anzügliche Videos eine Strafanzeige wegen Verletzung der Privatsphäre eingereicht. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, wie die Behörde am Samstag mitteilte. Griveaux, ein Vertrauter von Staatspräsident Emmanuel Macron, hatte sich am Freitag aus dem Rennen um das Pariser Rathaus zurückgezogen.

Eine Webseite hatte am Mittwochabend Screenshots von anzüglich erscheinenden Chatnachrichten veröffentlicht, die angeblich von Griveaux stammen. Ausserdem zeigt sie kurze Videos, auf denen zu sehen ist, wie ein Mann masturbiert - es ist aber nicht zu erkennen, um wen es sich dabei handelt.

Griveaux hatte am Freitag gesagt, eine Webseite und soziale Netzwerke hätten «abscheuliche Angriffe auf meine Privatsphäre verbreitet». Er wolle dies seiner Familie nicht länger zumuten. Er hatte in seiner Erklärung weder bestätigt noch bestritten, dass die Videos und Nachrichten von ihm sind.

Russischer Künstler als Drahtzieher

Griveaux war im vergangenen Jahr als Macrons Regierungssprecher zurückgetreten, um Pariser Bürgermeister zu werden. In Umfragen hatte der 42-Jährige zuletzt eher schwach abgeschnitten.

Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski hatte behauptet, die Videos verbreitet zu haben. Er wurde am Samstag in einer anderen Sache in Polizeigewahrsam genommen und befragt - Hintergrund ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen Verdachts der Körperverletzung.

Die erste Runde der Kommunalwahlen findet am 15. März statt. Der Rückzug von Griveaux hatte in Paris ein Beben ausgelöst. Er erhielt von Parteien aus dem gesamten politischen Spektrum Unterstützung. Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye sprach von einer «Kampagne der Niedertracht».

SDA/roy

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