Frauke Petry und ihr Ehemann verlassen die AfD

Die AfD-Chefin hat nach dem gestrigen Eklat ihren Austritt aus der Partei angekündigt. Wenig später folgte ihr Mann, Marcus Pretzell.

Eklat an der Pressekonferenz: Petry kündigt an, sie werde der AfD-Fraktion nicht angehören. (25. September 2017)

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Die deutsche AfD-Chefin Frauke Petry wird aus ihrer Partei austreten. «Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird», sagte sie am Dienstag in Dresden. Einen genauen Zeitpunkt nannte sie allerdings nicht. Auch die Frage, ob sie eine neue Partei gründen wolle, liess sie unbeantwortet.

Auch Petrys Ehemann Marcus Pretzell wird die Partei verlassen. Diesen Schritt habe er für die nächste Fraktionssitzung angekündigt, sagte AfD-Fraktionssprecher Michael Schwarzer am Dienstag in Düsseldorf. «Ich habe heute mit dem Fraktionsvorstand und der Fraktion gesprochen, und wir sind übereingekommen, dass ich zum kommenden Freitag aus der Landtagsfraktion und auch aus der Partei austrete», sagte Pretzell zu «N24».

Eklat an Bundespressekonferenz

Petry hatte am Montag für einen Eklat gesorgt, als sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland bekanntgab, sie werde der AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören, und daraufhin die Pressekonferenz abrupt verliess. Damit wurden die seit langem schwelenden innerparteilichen Konflikte in der AfD unmittelbar nach ihrem Wahlerfolg dramatisch eskaliert.

Petry ist derzeit noch Co-Vorsitzende zusammen mit Jörg Meuthen. Sie ist auch sächsische Landeschefin.

Weidel und Gauland zu Fraktion-Vorsitzenden gewählt

Weidel und Gauland sind die Vorsitzenden der neuen AfD-Bundestagsfraktion. Die 38-jährige Ökonomin und der 76-jährige Parteivize wurden auf der konstituierenden Sitzung am Dienstag in Berlin mit 86 Prozent zur Doppelspitze gewählt. Die AfD ist nach dem Rückzug von Parteichefin Frauke Petry mit 93 Abgeordneten im Bundestag vertreten.

Für Weidel und Gauland, die zusammen für die Doppelspitze antraten, stimmten 80 der 93 Parlamentarier. Weitere Kandidaten für die Fraktionsführung gab es nicht. Zuvor hatte die Fraktion in mehrstündigen Debatten eine Satzung beschlossen.

Am Mittwoch will die AfD zu einer weiteren Fraktionssitzung zusammenkommen. Bei der Wahl am Sonntag war die AfD mit 12,6 Prozent der Stimmen erstmals ins nationale Parlament eingezogen. Sie erhielt 94 Sitze und wäre damit drittstärkste Fraktion. (mch/sda)

Erstellt: 26.09.2017, 12:30 Uhr

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