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Pläne für europäischen Geheimdienst enthüllt

Ein deutsch-französischer Nachrichtendienst hätte ein Gegengewicht zum NSA bilden sollen. In die Tat umgesetzt wurde die Idee nicht.

Der europäische Geheimdienst hätte über 15'000 Agenten verfügt: Parkplatz auf dem Gelände des deutschen Bundesnachrichtendienstes. (27. August 2016)
Der europäische Geheimdienst hätte über 15'000 Agenten verfügt: Parkplatz auf dem Gelände des deutschen Bundesnachrichtendienstes. (27. August 2016)
EPA / Jens Kaläne, Keystone

Im französischen Auslandsgeheimdienst DGSE wurde auf Spitzenebene eine Fusion mit dem deutschen Geheimdienst BND überlegt. Das Ziel war, den USA Paroli zu bieten.

Das berichtet die französische Tageszeitung «Le Monde» in ihrer Sonntagsausgabe mit Hinweis auf bisher unveröffentlichte Aussagen von Bernard Barbier, der bis 2014 Technikchef der DGSE (Direction générale de la sécurité extérieure) war.

Zusammen wären DGSE und BND auf 15'000 Mitarbeiter gekommen. Der US-Geheimdienst NSA beschäftig allein 60'000 Menschen. Französische Politiker hätten den Fusions-Vorschlag nicht weiterverfolgt, sagte Barbier.

«Schweden sind die besten»

Es sei unmöglich, einen einzigen europäischen Geheimdienst zu schaffen, da es in den EU-Ländern nicht dieselben Mittel und Kulturen gebe. «Die Schweden sind, im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl, die besten», sagte Barbier laut Bericht bereits im Juni bei einem – bisher nicht bekanntgewordenen – Vortrag in einer französischen Ingenieurschule.

Die Deutschen seien solide Partner gewesen. «Ich habe viel mit ihnen gearbeitet, zunächst beim Weiterleiten unseres Know-how, aber auch beim Überbringen technischer Mittel. Die deutschen und französischen Ingenieure arbeiten sehr gut zusammen.»

Die Ausführungen Barbiers lassen zudem den Schluss zu, dass die USA hinter einen Computerangriff auf den Élysée-Palast 2012 standen. Man habe von französischer Seite grosse Alliierte nicht ausgespäht, sagte der Ex-Geheimdienstmann. «Die Tatsache, dass die Amerikaner diese Regel brachen, war ein Schock.»

2013 hatten Medienberichte, wonach der NSA in Frankreich vermutlich nicht nur Terrorverdächtige, sondern auch Personen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ausspionierte, zu Spannungen zwischen Paris und Washington geführt.

SDA/ij

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