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Poroschenko will Ukraine «entoligarchisieren»

Kampfansage aus Kiew: Der Präsident will die Oligarchen loswerden. Dabei gilt er selbst als einer.

Feierstimmung: Petro Poroschenko jubelt beim Fussballspiel von Dynamo Kiev gegen den FC Everton (19. März 2015)
Feierstimmung: Petro Poroschenko jubelt beim Fussballspiel von Dynamo Kiev gegen den FC Everton (19. März 2015)
Keystone

Nach dem Rücktritt des ukrainischen Milliardärs Igor Kolomoiski als Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk hat Präsident Petro Poroschenko den Oligarchen des Landes den Kampf angesagt. «Mein wichtigstes Ziel ist eine Entoligarchisierung des Landes», sagte Poroschenko dem Sender ICTV.

«Ins Chaos stürzen»

Während die Regierung Ordnung zu schaffen versuche, wollten die Oligarchen den Staat ins Chaos stürzen, kritisierte der Präsident dem Präsidialamt zufolge.

Das Entlassungsgesuch Kolomoiskis vom Mittwoch folgte auf die Besetzung von Energieunternehmen in Kiew durch bewaffnete Einheiten des Milliardärs und auf den Mord an einem Geheimdienstler. Beobachter werteten die Entwicklungen als Ausdruck eines Machtkampfes in der ukrainischen Führung.

Zu der Zeit sprachen sie noch miteinander: Poroschenko und Kolomoiski (Foto: Reuters; 25. März 2015)
Zu der Zeit sprachen sie noch miteinander: Poroschenko und Kolomoiski (Foto: Reuters; 25. März 2015)

Poroschenko wies dies im TV-Interview zurück. Kolomoiskis Rücktritt dürfe nicht als Zeichen eines Konflikts innerhalb der Führung der Ex-Sowjetrepublik gewertet werden, meinte er. Poroschenko ist Unternehmer und gilt selber als Oligarch.

In Dnipropetrowsk demonstrierten am Samstag der Agentur Tass zufolge rund 1000 Anhänger des Ex-Gouverneurs für die Einheit der Ukraine. Die Veranstalter sprachen von Tausenden Teilnehmern. Kolomoiski selbst erschien nicht zu der Kundgebung. Dnipropetrowsk liegt in der Nähe der von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete.

(SDA)

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