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Präsidentenwahl als Kuriositätenkabinett

Die Tschechen wählen einen neuen Präsidenten. Für Aufsehen sorgt nicht nur der volltätowierte Überraschungskandidat, der einem Aufruf via Facebook folgte.

Vladimir Franz: Der Theaterprofessor, Komponist und bildende Künstler ist der Überraschungskandidat. Der von Kopf bis Fuss tätowierte Intellektuelle folgte dem Ruf einer Unterstützer-Gruppe auf Facebook. Als promovierter Jurist bringt Franz Sachkenntnisse mit. Meinungsforscher trauen dem 53-jährigen Prager Unikum einen Achtungserfolg zu. In der Prager Staatsoper feiert unterdessen seine Adaption von Karel Capeks «Krieg mit den Molchen» Premiere.
Vladimir Franz: Der Theaterprofessor, Komponist und bildende Künstler ist der Überraschungskandidat. Der von Kopf bis Fuss tätowierte Intellektuelle folgte dem Ruf einer Unterstützer-Gruppe auf Facebook. Als promovierter Jurist bringt Franz Sachkenntnisse mit. Meinungsforscher trauen dem 53-jährigen Prager Unikum einen Achtungserfolg zu. In der Prager Staatsoper feiert unterdessen seine Adaption von Karel Capeks «Krieg mit den Molchen» Premiere.
AFP
Karel Schwarzenberg: Der tschechische Aussenminister ist Kopf einer böhmisch-fränkischen Adelsfamilie. Die Jahre des Kommunismus verbrachte Schwarzenberg in Wien, wo er sich für osteuropäische Dissidenten einsetzte. Nach der Wende wurde er Büroleiter des Prager «Dichterpräsidenten» Vaclav Havel. In Tschechien nennt man den 75-jährigen konservativen Politiker oft einfach «den Fürsten».
Karel Schwarzenberg: Der tschechische Aussenminister ist Kopf einer böhmisch-fränkischen Adelsfamilie. Die Jahre des Kommunismus verbrachte Schwarzenberg in Wien, wo er sich für osteuropäische Dissidenten einsetzte. Nach der Wende wurde er Büroleiter des Prager «Dichterpräsidenten» Vaclav Havel. In Tschechien nennt man den 75-jährigen konservativen Politiker oft einfach «den Fürsten».
AFP
Der Respekt der zehn Millionen Tschechen ist ihm sicher: Der abtretende Präsident Vaclav Klaus. (4. Dezember 2012)
Der Respekt der zehn Millionen Tschechen ist ihm sicher: Der abtretende Präsident Vaclav Klaus. (4. Dezember 2012)
Keystone
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In Tschechien geht die Ära von Präsident Vaclav Klaus zu Ende. Heute und morgen sind die Tschechen erstmals zur Direktwahl ihres Staatsoberhaupts aufgerufen. Rund 8,4 Millionen Wahlberechtigte entscheiden im EU-Land über den Nachfolger des 71-jährigen Klaus, der nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht erneut antreten darf. Die Wahllokale sind heute von 14 bis 22 Uhr und am Samstag von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

Das Rennen um den Posten ist Umfragen zufolge völlig offen. Sicher ist lediglich, dass der nächste Präsident Tschechiens europafreundlicher als Klaus sein dürfte. Als am wahrscheinlichsten gilt, dass es zu einer Stichwahl zwischen den beiden früheren Ministerpräsidenten Milos Zeman und Jan Fischer kommt.

Repräsentative Aufgaben

Zeman stand von 1998 bis 2002 an der Spitze des Kabinetts, Fischer von 2009 bis 2010. Während Fischer als unabhängiger Kandidat antritt, wird Zeman von der linksgerichteten SPOZ-Partei unterstützt - einer Splittergruppe der Sozialdemokraten, die er früher einmal anführte. Weitere Kandidaten sind der volltätowierte Theaterprofessor Vladimir Franz und der adlige Politiker Karel Schwarzenberg (siehe Bildstrecke).

In Tschechien nimmt der Präsident überwiegend repräsentative Aufgaben wahr. Er ist das Gesicht des Euro-Landes im Ausland, ernennt den Ministerpräsidenten und das Direktorium der Zentralbank sowie Verfassungsrichter.

Der Respekt der zehn Millionen Tschechen ist ihm sicher. Klaus, der im März abtritt, hatte den Posten vom gefeierten anti-kommunistischen Dissidenten Vaclav Havel übernommen.

SDA/kle

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