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Prozess gegen Karadzic stockt

Drei Monate nach der Festnahme des wegen Völkermordes angeklagten ehemaligen Führers der bosnischen Serben ist der Prozess gegen Radovan Karadzic kaum vorangekommen.

«Im Kern sind wir noch nirgendwo hingekommen», erklärte der amtierende Uno-Richter Iain Bonomy heute bei einer weiteren Anhörung. Das sei «ausserordentlich enttäuschend».

Zu Beginn der erneuten Anhörung vor dem Kriegsverbrecher-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien hatte Karadzic geltend gemacht, dass ihm die serbokroatische Übersetzung der aktualisierten Anklageschrift erst am Montag übergeben worden sei.

Für Karadzic gehts zu schnell

Er habe deshalb nicht genügend Zeit gehabt, um sich auf den Gerichtstermin vorzubereiten und könne sich nicht zu der neuen Anklageschrift äussern, machte Karadzic geltend. In der überarbeiteten Anklage wird Karadzic nunmehr Völkermord in zwei verschiedenen Fällen vorgeworfen, die vorher zusammengefasst waren.

Zudem hat die Staatsanwaltschaft die Zahl der einzelnen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die dem ehemaligen Serbenführer zur Last gelegt werden, von 41 auf 27 reduziert. Damit solle die Führung des Hauptverfahrens gegen Karadzic effektiver werden, hiess es zur Begründung.

SDA/vin

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