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Prozess gegen päpstlichen Informatiker vertagt

Nachdem der Kammerdiener bereits zu 18 Monaten Haft verurteilt wurde, sollte ab heute der Informatiker Claudio Sciarpelletti im Vatikan vor Gericht stehen. Der Prozess wurde auf Samstag verschoben.

Ort der Verhandlung: Das Gericht des Heiligen Stuhls in Rom (Archivbild)
Ort der Verhandlung: Das Gericht des Heiligen Stuhls in Rom (Archivbild)
Keystone

Einen Monat nach der Verurteilung des päpstlichen Kammerdieners wegen des Diebstahls von Dokumenten hat im Vatikan der zweite Prozess um die «Vatileaks»-Affäre begonnen. Kurz nach der Eröffnung heute Montag wurde der Prozess jedoch auf kommenden Samstag vertagt.

Claudio Sciarpelletti wird Begünstigung und Beihilfe vorgeworfen. Der 48-Jährige soll dem Kammerdiener Paolo Gabriele geholfen haben, Dokumente des Papstes zu entwenden. Ihm drohen bis zu zwölf Monate Haft. Der Kammerdiener war im ersten Prozess im Oktober zu 18 Monaten Haft verurteilt worden.

Widersprüchliche Aussagen

Sciarpelletti war Programmierer des vatikanischen Staatssekretariats. Er hatte sich während der Ermittlungen in Widersprüche verstrickt. In seinem Büroschreibtisch fanden die «Vatileaks»-Fahnder einen Umschlag mit der Aufschrift «P. Gabriele persönlich». Darin waren päpstliche Dokumente, wie sie von einem italienischen Autor und Journalisten veröffentlicht worden sind.

Der Computertechniker machte während der Verhöre auch sich widersprechende Aussagen dazu, wie eng sein Kontakt zu dem damaligen Kammerdiener von Benedikt XVI. wirklich gewesen ist.

Getrennte Verfahren

Der Prozess gegen den Computerexperten war von dem Verfahren gegen den früheren Kammerdiener abgetrennt worden. Gabriele wurde am 6. Oktober verurteilt. Er soll im Prozess jetzt als Zeuge aussagen. Der in einem veröffentlichten Schreiben als «Napoleon im Vatikan» beleidigte Kommandant der Gendarmerie des Heiligen Stuhls, Domenico Giani, ist ebenfalls als Zeuge geladen.

Das Urteil gegen Gabriele ist rechtskräftig, er trat seine Haft an. Offen ist, ob und wann Benedikt den Ex-Kammerdiener begnadigt.

Geheime Dokumente vom Schreibtisch des Papstes mit teils brisantem Inhalt waren über den Kammerdiener in die Öffentlichkeit gelangt. Trotz Spekulationen in den Medien waren die Richter zu dem Ergebnis gekommen, dass Gabriele nicht Teil einer Verschwörung gewesen sei.

SDA/fko

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