Putin stellt seine «Satan 2»-Rakete vor

Als Reaktion auf die jüngsten Spannungen mit den USA und der Nato baut Russland sein Atomwaffenarsenal aus. Die neuen Waffensysteme sollen zum Teil unverwundbar sein.

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei seiner Rede an die Nation eine Serie neuer, angeblich nicht abfangbarer Atomwaffen vorgestellt. Er nannte die schwere Interkontinentalrakete «Sarmat», von der Nato «Satan 2» genannt, die Hyperschallrakete «Kinschal» (Dolch), einen atombetriebenen Marschflugkörper und einen neuartigen Torpedo. Das sei eine Reaktion auf die US-Raketenabwehr, sagte er bei dem Auftritt in Moskau gut zwei Wochen vor der russischen Präsidentenwahl.

«Es geht um neue strategische Raketensysteme Russlands, die wir entwickelt haben als Reaktion auf den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Vertrag über Raketenabwehr und die De-facto-Stationierung solcher Systeme auf dem Gebiet der USA und ausserhalb der US-Grenzen», sagte Putin.

Keine dieser neuen russischen Waffen könne mit bislang verfügbaren Mitteln abgefangen werden. Einige seien bereits in Dienst. Der Besitz von Hyperschallwaffen bringe deutliche Vorteile im bewaffneten Kampf. Für heutige Raketenabwehrsysteme könnten sie bald unverwundbar sein, weil sie einfach schneller seien, sagte Putin.

«Hört uns jetzt zu!»

Ausserdem stellte er in seiner von Video- und 3D-Aufnahmen begleiteten Rede eine Unterwasser-Drohne vor, die ebenfalls mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden könne, und eine neue Laserwaffe, über die er noch «keine Details» nennen wolle.

Fast die Hälfte seiner zweistündigen Rede widmete Putin der Rüstung. Russland sei trotz aller Probleme die grösste Atommacht der Welt geblieben, sagte er. «Niemand wollte mit uns reden, niemand wollte uns zuhören. Hört uns jetzt zu!», rief der Präsident und erhielt dafür kräftigen Applaus der Abgeordneten und Senatoren.

Mehr Geld für Bürger

Im sozialpolitischen Teil seiner Rede kündigte der Präsident hohe Mehrausgaben an. Derzeit seien 20 Millionen Menschen im Land arm. Die Zahl solle in der nächsten Wahlperiode von sechs Jahren halbiert werden.

Messlatte der Politik müsse das Wohlergehen der Bürger sein. «Da müssen wir in den nächsten Jahren einen Durchbruch erzielen», sagte Putin. Auch für Familien und Kinderbetreuung, für Wohnraumbau, für Stadt- und Regionalentwicklung und Strassenbau solle mehr ausgegeben werden.

Putins Wiederwahl gilt als unumstritten

Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts wolle Russland unter die fünf grössten Volkswirtschaften aufrücken. Dafür müsse das Pro-Kopf-Einkommen um die Hälfte steigen.

Am 18. März will sich Putin das Mandat für eine vierte Amtszeit als Präsident holen. «Um voranzukommen, müssen wir den Raum der Freiheit in allen Bereichen ausweiten», sagte er. Die demokratischen Institutionen, die Zivilgesellschaft und unter anderem die Gerichte müssten gestärkt werden.

Dies steht allerdings im Gegensatz zu vielen Schritten der vergangenen Jahre, die Freiheiten und demokratische Grundrechte in Russland eingeschränkt haben.

Spätestens mit dem Ausschluss von Oppositionsführer Alexej Nawalny von der Wahl hat er keine Gegner, die ihm gefährlich werden könnten.

(Video: YouTube/RT) (bee/sda)

Erstellt: 01.03.2018, 15:39 Uhr

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