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Putin und Janukowitsch wollen heute unterschreiben

Die Präsidenten der Ukraine und Russlands planen, ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit zu besiegeln. Das will die prowestliche Opposition nicht hinnehmen und bittet den neuen deutschen Aussenminister um Hilfe.

Wollen sich wirtschaftlich annähern: Wladimir Putin (links) und Wiktor Janukowitsch. (Archivbild)
Wollen sich wirtschaftlich annähern: Wladimir Putin (links) und Wiktor Janukowitsch. (Archivbild)
Reuters

Ungeachtet der prowestlichen Proteste in Kiew wollen die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Wiktor Janukowitsch, eine engere Zusammenarbeit beschliessen.

Bei den Regierungskonsultationen beider Länder in Moskau liegen nach Kreml-Angaben mehrere Dokumente zur Unterschrift bereit. Janukowitsch hofft nach seiner Abkehr von der EU dringend auf Finanzhilfen sowie Rabatte für russische Gaslieferungen, um die Ex-Sowjetrepublik vor dem Bankrott zu retten.

«Wir lassen uns nicht zurückschrecken»

Oppositionsführer Witali Klitschko, Boxweltmeister im Ruhestand, drohte mit einer Ausweitung der Proteste, sollte Janukowitsch in Moskau tatsächlich bilaterale Abkommen unterzeichnen.

«Wir lassen uns nicht davon zurückschrecken, dass der Präsident wieder seine Sicherheitskräfte auf den Platz schickt», schrieb Klitschko in einem Gastbeitrag für die «Bild»-Zeitung von heute.

«Wenn sich Janukowitsch auf einen Deal mit Russland einlässt, werden wir mit unseren Demonstrationen das ganze Land lahmlegen. Wir lassen uns nicht davon zurückschrecken, dass der Präsident wieder seine Sicherheitskräfte auf den Platz schickt», erklärte Klitschko.

Steinmeier soll vermitteln

Gleichzeitig fordert Klitschko den designierten deutschen Aussenminister Frank-Walter Steinmeier zur Vermittlung in Kiew auf. Er hoffe, dass sich Steinmeier «genauso wie Amtsvorgänger Guido Westerwelle» für die Freiheit der Ukraine einsetzt.

«Es wäre ein grossartiges Zeichen, wenn Herr Steinmeier auf einer seiner ersten Reisen nach Kiew kommen würde, um auf dem Maidan zu sprechen. Er wäre der richtige Vermittler in dieser schwierigen Situation.»

Der prorussische Kurs und Kiews Verzicht auf eine EU-Partnerschaft sind die Auslöser für die seit Wochen andauernden Proteste ukrainischer Regierungsgegner, die weiterhin im Zentrum von Kiew für einen prowestlichen Kurs ihres Landes demonstrieren.

Russland versucht, seinen Nachbarn zur Mitarbeit in einer Zollunion und späteren Eurasischen Wirtschaftsunion zu bewegen. Kritiker werfen Russland vor, eine Konkurrenz zur EU nach dem Vorbild der früheren Sowjetunion aufzubauen.

Lawrow: «EU mischt sich ein»

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow warf seinen EU-Kollegen bei einem Treffen am Montag in Brüssel erneut vor, sich in innere Angelegenheiten der Ukraine einzumischen.

Die Aussenminister der EU kritisierten wirtschaftlichen und politischen Druck Moskaus auf die Regierung in Kiew, damit diese ein Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterschreibt. Diplomaten sprachen von einer «sehr offenen» Unterhaltung.

Der schwedische Aussenminister Carl Bildt warf Moskau vor, es habe «eine ziemlich breite Propagandakampagne auf der Grundlage von Fehlinformationen und manchmal blanken Lügen» gegen das geplante Assoziierungsabkommen der EU mit Kiew geführt.

SDA/chk

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