Putin will Weltkriegs-Dokumente zugänglich machen

Russland will nach den Worten von Präsident Wladimir Putin Versuchen einer Geschichtsfälschung entgegen wirken und seine Archivdokumente zum Zweiten Weltkrieg offen legen.

«Wir werden jenen das Maul stopfen, die versuchen, die Geschichte umzuschreiben»: Wladimir Putin will Archivdokumente zum Zweiten Weltkrieg zugänglich machen.
Bild: Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool Photo via AP

«Wir werden jenen das Maul stopfen, die versuchen, die Geschichte umzuschreiben»: Wladimir Putin will Archivdokumente zum Zweiten Weltkrieg zugänglich machen. Bild: Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool Photo via AP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein offenes Zentrum sowie eine Internetseite sollten künftig gegen Versuche einer Geschichtsfälschung wirken, sagte Putin am Samstag in St. Petersburg. Der Präsident erinnerte dort an den Jahrestag des Durchbruchs der Leningrader Blockade und traf sich mit Veteranen. Die deutsche Wehrmacht hatte im Zweiten Weltkrieg von 1941 bis 1944 Leningrad (das heutige St. Petersburg) belagert.

«Wir werden jenen das Maul stopfen, die versuchen, die Geschichte umzuschreiben (...) und die Rolle unserer Väter und Grossväter zu schmälern, unserer Helden, die starben, um ihre Heimat und praktisch die ganze Welt vor der braunen Pest zu schützen», sagte Putin der Staatsagentur Tass zufolge. Der Kremlchef meinte, dass einige Funktionäre im Ausland ihr «Schandmaul» nicht halten könnten. Sie zögen die Rolle der Sowjetunion bei der Befreiung vom Hitler-Faschismus in den Dreck.

Russland feiert am 9. Mai in Moskau den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges und den Sieg der Sowjetunion mit einer grossen Militärparade. Putin kündigte zudem eine Einmalzahlung von 75'000 Rubel (1200 Franken) für alle Veteranen zum Jahrestag an. Er lobte bei dem Gedenken auch den Staat Israel, der die Erinnerung an den Holocaust - den Völkermord an den Juden - hochhalte.

Bei Holocaust-Gedenken in Jerusalem

Putin wird am Donnerstag in Jerusalem beim Holocaust-Gedenken in Yad Vashem eine Rede halten. Bei seinem Besuch in Jerusalem will er zudem ein Denkmal für die Leningrader Blockade im Sacher-Park einweihen. Die 900 Tage dauernde Blockade gilt als eines der schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Auf Befehl von Adolf Hitler sollte die Stadt durch systematisches Aushungern ihrer Bewohner ausgelöscht werden. Mehr als eine Million Menschen starben an Hunger, Kälte und Krankheiten sowie bei Granatbeschuss und den Kämpfen um Leningrad. Die Blockade wurden am 18. Januar 1944 von der Roten Armee durchbrochen und endete am 27. Januar. (sda)

Erstellt: 19.01.2020, 02:35 Uhr

Artikel zum Thema

Russische Regierung tritt zurück – Putin schlägt Nachfolger vor

Die Regierung unter Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat ihren Rücktritt angekündigt. Nun hat Wladimir Putin bereits einen Nachfolger vorgeschlagen. Mehr...

Putin und Assad machen sich über Trump lustig

Video Im Netz ist ein Video aufgetaucht, in dem die beiden Staatschefs über den US-Präsidenten scherzen. Mit einem Verweis auf die Bibel. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Kunst-Blumen: Zum Valentinstag schenkt Banksy der Stadt Bristol eine neues Werk. Das Blumen werfende Mädchen schmückt eine Wand im Stadtteil Barton Hill. (14. Februar 2020)
(Bild: Finnbarr Webster) Mehr...