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Putin-Kritiker wird offenbar in der Arktis festgehalten

Ruslan Schaweddinow gilt als vermisst. Gemäss der Opposition soll sich der Mann auf einer geheimen Militärbasis befinden.

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Wladimir Putin beim jährlichen Treffen mit hochrangigen Armeeangehörigen. (24. Dezember 2019)
Wladimir Putin beim jährlichen Treffen mit hochrangigen Armeeangehörigen. (24. Dezember 2019)
Mikhail Klimentyev/Sputnik/Kremlin Pool Photo, Keystone

Ein Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin soll nach Oppositionsangaben widerrechtlich zum Militärdienst eingezogen worden sein. Er soll sich in einer entlegener Basis in der Arktis befinden.

Der prominente Kremlkritiker Alexej Nawalny schrieb am Mittwoch im Internet, sein Weggefährte Ruslan Schaweddinow werde auf einer geheimen Luftabwehrbasis im entlegenen Nowaja-Semlja-Archipel als «politischer Gefangener» festgehalten.

Der 23-Jährige werde seit Montag vermisst. Laut Nawalny soll die Polizei in die Moskauer Wohnung Schaweddinows eingedrungen sein und ihn sofort festgenommen und abtransportiert haben. Schaweddinow arbeitete als Projektmanager für Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung. Die Stiftung wurde von den russischen Behörden in diesem Jahr als «ausländischer Agent» eingestuft. Gegen sie wird wegen angeblicher Geldwäsche ermittelt.

Demonstration vor Generalstab

In Russland gilt die Wehrpflicht. Sie betrifft Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren. Die Dienstzeit beträgt ein Jahr. Ein Armeesprecher sagte der Nachrichtenagentur Tass, Schaweddinow habe sich seit langem vor dem Wehrdienst gedrückt. Seine jetzige Einberufung entspreche dem Gesetz.

Nawalny führte hingegen ins Feld, Schaweddinow sei aus gesundheitlichen Gründen für den Wehrdienst ungeeignet. Auch sei er ohne jegliche Grundausbildung zum Nowaja-Semlja-Archipel entsandt worden.

Wjatscheslaw Gimadi, ein Anwalt von Nawalnys Stiftung, sprach von einer «Entführung» Schaweddinows und warf Putin sowie Verteidigungsminister Sergej Schoigu vor, direkt dafür verantwortlich zu sein. Einige Unterstützer Schaweddinows demonstrierten am Mittwochabend in Moskau vor dem Sitz des Generalstabs der russischen Streitkräfte.

(SDA)

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