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Deutsche Polizei stellt Computer und Waffen sicher

Fahndung nach den Drahtziehern der G20-Krawalle: Beamte haben bundesweit Razzien in der linksautonomen Szene durchgeführt.

Bundesweite Razzien: Fünf Monate nach den schweren Zusammenstössen haben Ermittler Wohnungen von Linksautonomen durchsucht. (Video: Reuters)

Die Hamburger Polizei will die Öffentlichkeitsfahndung nach mutmasslichen G20-Randalierern noch einmal ausweiten. Es seien noch für diesen Monat umfangreichere Massnahmen als bisher in dieser Hinsicht geplant, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer am Dienstag.

Seit Monaten sucht eine Sonderkommission der Polizei nach Menschen, die sich an den schweren Krawallen während des G20-Gipfels im Juli beteiligten. Die 165 Ermittler der Sonderkommission «Schwarzer Block» versuchen unter anderem, Verdächtige durch eine systematische Auswertung der bei den Ausschreitungen massenhaft entstandenen Video- und Fotoaufnahmen zu identifizieren. Unter anderem riefen sie Bürger auf, ihnen Bilder von Smartphones zu schicken.

Allein die Dutzenden abgebrannten Autos schlagen mit insgesamt vier Millionen Euro zu Buche: Die Feuerwehr versucht ein in Brand gestecktes Auto zu löschen. (8. Juli 2017)
Allein die Dutzenden abgebrannten Autos schlagen mit insgesamt vier Millionen Euro zu Buche: Die Feuerwehr versucht ein in Brand gestecktes Auto zu löschen. (8. Juli 2017)
Clemens Bilan/EPA, Keystone
In Hamburg sitzen nach den Krawallen 51 Verdächtige in Untersuchungshaft, darunter mindestens ein Schweizer: Radikale Demonstranten am Freitag in Hamburg. (7. Juli 2017) Bild: Thomas Lohnes/Getty
In Hamburg sitzen nach den Krawallen 51 Verdächtige in Untersuchungshaft, darunter mindestens ein Schweizer: Radikale Demonstranten am Freitag in Hamburg. (7. Juli 2017) Bild: Thomas Lohnes/Getty
Die Polizei vermutet Brandstiftung im Zusammenhang mit dem G-20-Gipfel: Im Stadtteil Eidelstedt brannten in der Nacht acht Luxusautos auf dem Gelände eines Porschehändlers. (6. Juli 2017)
Die Polizei vermutet Brandstiftung im Zusammenhang mit dem G-20-Gipfel: Im Stadtteil Eidelstedt brannten in der Nacht acht Luxusautos auf dem Gelände eines Porschehändlers. (6. Juli 2017)
Axel Heimken/DPA via AP, Keystone
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Am Dienstagmorgen liessen die Ermittler in einer deutschlandweiten Razzia 23 Wohnungen und zwei einschlägig bekannte linke Szenetreffs durchsuchen. Hintergrund sind nach den Angaben der Hamburger Beamten Ermittlungen gegen 22 Beschuldigte wegen eines gewaltsamen Zusammenstosses zwischen Linksautonomen und Polizisten am Morgen des 7. Julis im Stadtteil Bahrenfeld. Es geht um den Vorwurf des besonders schweren Landfriedensbruchs.

Wie die Beamten betonten, handelt es sich um Ermittlungen gegen Einzelne, die an jenem Tag zu einem sogenannten Schwarzen Block gehört haben sollen. Die linken Zentren in Göttingen und Stuttgart seien nur durchsucht worden, weil es sich dabei um die Wohnanschrift von Verdächtigen gehandelt habe, betonte Soko-Chef Jan Hieber in Hamburg. Die Massnahmen richteten sich ausdrücklich nicht gegen die dort ansässigen Organisationen.

Computer und Waffen sichergestellt

Im Zusammenhang mit den Razzien wurden 26 Laptops und Computer, 35 Handys und darüber hinaus zahlreiche Speichermedien beschlagnahmt, berichtet «Bild.de». Die darauf befindlichen Daten müssten nun ausgewertet werden. Ausserdem seien auch Waffen wie eine Armbrust, eine Säge, eine Pistole und mehrere Messer sichergestellt worden.

Insgesamt mündete die Arbeit der Soko laut Meyer inzwischen bereits in rund 3000 Ermittlungsverfahren. Die Razzia vom Dienstag sei eine weitere «wichtige Zwischenetappe» in deren Arbeit, sagte er. Es gehe darum, «Hintergründe und Strukturen» in der autonomen Szene rund um die G20-Krawalle offenzulegen.

Während des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli hatte es trotz des Einsatzes von mehr als 20'000 Polizisten schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich Strassenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und plünderten Geschäfte.

SDA/chk/kaf

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