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Renzi will vermitteln, nicht kämpfen

Italien hält sich im Kampf gegen den Islamischen Staat militärisch zurück und setzt stattdessen auf seine diplomatische Rolle. Rom mutiert gerade zum grossen Tagungszentrum.

Keine Lust auf kriegerische Abenteuer: Italiens Premier Matteo Renzo im Palazzo Chigi, seinem Amtssitz.
Keine Lust auf kriegerische Abenteuer: Italiens Premier Matteo Renzo im Palazzo Chigi, seinem Amtssitz.
Tony Gentile, Reuters

Manchmal reicht auch gekonntes Mienenspiel nicht aus, um eine Enttäuschung zu verbergen. Als Matteo Renzi zwei Wochen nach den Anschlägen von Paris Frankreichs Präsidenten besuchte, um ihm die solidarische Nähe der «Schwesternation» zu versichern, war schon klar, dass Italiens Premier nicht mehr mitbringen würde als eben nachbarschaftliches Mitgefühl. Keine Jets für Syrien, keine Soldaten für Mali. Im Angebot war höchstens eine Verstärkung des italienischen Engagements bei der Friedensmission im Libanon, um die Franzosen dort etwas zu entlasten. François Hollande empfing Renzi deshalb mit der Eile des enttäuschten Bittstellers. Er umarmte ihn zwar herzlich auf der Vortreppe des Elysée, drehte sich auch kurz um zu den Fotografen, schob den Italiener dann aber rasch ins Palais und begleitete ihn nur wenig später wieder hinaus. Nach einer Stunde war Renzi schon wieder auf dem Heimweg.

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