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Riskanter Vatermord

Marine Le Pen versucht, den Front National salonfähig zu machen. Doch der Weg in die Mitte könnte für die Partei das Ende bedeuten.

MeinungVon Martina Meister, Paris
Den Machtwillen über die Gefühle gestellt: Marine und Jean-Marie Le Pen (29.11.2014). Foto: Laurent Cipriani (Keystone)
Den Machtwillen über die Gefühle gestellt: Marine und Jean-Marie Le Pen (29.11.2014). Foto: Laurent Cipriani (Keystone)

Am Anfang war die Tat. In diesem Fall der Vatermord. Marine Le Pen hat die seit Monaten dauernde Familienfehde und den noch länger schwelenden Richtungsstreit beim Front National beendet und ihren Vater aus der Partei ausgeschlossen. Seit mehr als vier Jahrzehnten mischt Jean-Marie Le Pen die politische Landschaft Frankreichs auf. Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Geschichtsklitterung, Anti-Europäertum: Le Pen hat die dunkelsten Instinkte einer Gesellschaft bedient, die nicht nur ihre Industrie, sondern vor allem ihre Identität durch die Globalisierung bedroht sah. Solange Le Pen auf zwei Beinen steht, wird er das weiter tun. Er wird weiter hetzen und hassen. Aber er soll es nicht mehr im Namen der Partei tun dürfen, die er gegründet hat.

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