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Russland mistet die Kalaschnikow aus

Sie gehört zu Russland wie Wodka und pelzige Winterkappen: die Kalaschnikow. Doch nun droht die alte Liebe zwischen Föderation und Sturmgewehr zu rosten.

Die Bezeichnung des Originals leitet sich aus der Jahreszahl der ersten Produktion ab: Polizeifoto eines Sturmgewehres vom Typ AK-47.
Die Bezeichnung des Originals leitet sich aus der Jahreszahl der ersten Produktion ab: Polizeifoto eines Sturmgewehres vom Typ AK-47.
Keystone
Waffenbau als Kunst: Der 82-jährige Konstrukteur Michael T. Kalaschnikow posiert mit seiner Erfindung. (26. Juli 2002).
Waffenbau als Kunst: Der 82-jährige Konstrukteur Michael T. Kalaschnikow posiert mit seiner Erfindung. (26. Juli 2002).
Keystone
Das Gewehr fürs Kinderzimmer: Ein Bastler hat sogar ein Legomännchen mit einer Kalaschnikow ausgerüstet.
Das Gewehr fürs Kinderzimmer: Ein Bastler hat sogar ein Legomännchen mit einer Kalaschnikow ausgerüstet.
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Die russische Armee hat dieses Jahr erstmals seit Jahrzehnten keine Bestellung von Kalaschnikows getätigt. Generalstabschef Nikolai Makarow sagte gegenüber der Tageszeitung «Iswestia», dass der heutige Waffenbestand die Nachfrage um das Zehnfache übersteige. Daher habe die Armee entschieden, in diesem Jahr keine neuen AK 74 mehr einzukaufen.

Makarow begründete die Entscheidung gemäss N-TV damit, dass die aus den 70er Jahren stammende Waffe nicht mehr den Anforderungen der Armee entspreche. Gemäss der Zeitung «Iswestia» fordere das Verteidigungsministerium eine «neue, nicht weniger zuverlässige Maschinenpistole, die mit grösserer Schussweite und Trefferdichte aufwarten kann».

Neue Bestellungen frühestens wieder im Jahr 2014

Die Herstellerfirma Ischmasch hat laut eigenen Aussagen auf die gesteigerten Bedürfnisse der russischen Streitkräfte reagiert. Die Werke in Ischewsk in Zentralrussland wollen bis Ende Jahr eine zeitgemässere Variante präsentieren. Wegen der übermässigen Ausstattung möchte die russische Armee jedoch dennoch frühestens wieder im Jahr 2014 neue Kalaschnikows bestellen.

Das derzeitige Angebot an Kalaschnikows vom Typ AK 74 ist eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Gewehrs AK 47. Die Waffe wird benannt nach ihrem heute 91-jährigen Entwickler Michail Kalaschnikow. Das Gewehr mit dem markant gekrümmten Magazin wird von Dutzenden Armeen und anderen bewaffneten Gruppen in der ganzen Welt genutzt. Insgesamt wurden mehr als 100 Millionen Exemplare dieser Waffe verkauft. Kalaschnikow selbst gilt in Russland als Volksheld, Präsident Dmitri Medwedew gratulierte ihm 2009 persönlich zu seinem 90. Geburtstag.

Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit entschloss die Herstellerfirma, Michail Kalaschnikow nicht über den Verzicht der Armee zu informieren.

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