Putin und Poroschenko vereinbaren schnellen Waffenabzug

Die entmilitarisierte Zone zwischen den Gebieten Kiews und der prorussischen Rebellen soll endlich Realität werden. Danach müssen unter anderem noch Minen geräumt werden.

Zone ohne Panzer und leichte Artillerie: Die Ukraine und die prorussischen Seperatisten ziehen ihre Waffen ab. (20. August 2014) Foto: Roman Pilipey, Keystone

Zone ohne Panzer und leichte Artillerie: Die Ukraine und die prorussischen Seperatisten ziehen ihre Waffen ab. (20. August 2014) Foto: Roman Pilipey, Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Osten der Ukraine sollen möglichst schnell alle Panzer und leichte Artillerie von der Front zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten abgezogen werden. Das haben die Präsidenten Russlands und der Ukraine am Donnerstagabend zugesagt.

Der Rückzug müsse von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht werden, hiess es von der deutschen und französischen Regierung. Zuvor hatten Wladimir Putin und Petro Poroschenko mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel sowie dem französischen Präsidenten François Hollande telefoniert.

Offene Fragen

Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten hatten sich am Dienstag auf die Schaffung einer 30 Kilometer breiten entmilitarisierten Zone in der Kriegsregion geeinigt. Daraus abgezogen werden sollen Panzer und leichte Artillerie.

«Um den lokalen Waffenstillstand in der lange umkämpften Stadt Schyrokyne zu sichern, sollen Experten der OSZE bis zum 3. August Lösungen für offene Fragen wie das Räumen von Minen finden», teilte eine deutsche Regierungssprecherin mit.

Fortschritte bei Wahlen gefordert

Die vier Politiker seien sich einig gewesen, dass für die Umsetzung des im Februar erzielten Minsker Abkommens nun Fortschritte bei den für Herbst geplanten Kommunalwahlen sowie beim besonderen Status für die von Separatisten kontrollierten Gebiete nötig seien. Die Wahlen müssten im Einklang mit OSZE-Standards sowie dem ukrainischen Recht stehen.

Hintergrund ist die Ankündigung der prorussischen Separatisten in Donezk und Luhansk, selbst Wahlen vorzubereiten. Merkel, Hollande, Putin und Poroschenko forderten zudem, dass der Zugang zu Gefangenen sowie die Suche nach Vermissten ermöglicht werden sollen.

Gasverhandlungen gehen weiter

Vereinbart wurde beim Telefonat vom Donnerstagabend zudem auch, dass die unterbrochenen Gasverhandlungen zwischen Russland und Ukraine umgehend wiederaufgenommen werden sollen. (hae/sda)

Erstellt: 24.07.2015, 02:11 Uhr

Artikel zum Thema

Nur «schwache Hoffnung» auf Frieden

Mit dem geplanten Waffenabzug im Kriegsgebiet Donbass rückt eine Lösung im Ukraine-Konflikt näher. Aber machen alle mit? Mehr...

Es geht um Geld, nicht um Politik

Rechtsradikale und Sicherheitskräfte liefern sich in der Ukraine ein heftiges Gefecht und sorgen international für Schlagzeilen. Das steckt wirklich hinter dem Vorfall. Mehr...

Ukraine macht Schritt zu mehr Autonomie der Regionen

Das ukrainische Parlament stimmt einer Verfassungsreform zu, die den Regionen grössere Selbstbestimmung bringen soll. Es erfüllt damit eine Auflage des Minsker Abkommens vom Februar. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Es sammelt sich nur der Staub in ihnen: Frauen zerschmettern in Indien Töpfe aus Ton, um gegen den Mangel an Trinkwasser zu protestieren. (16. Mai 2019)
(Bild: Amit Dave) Mehr...