Russland verlegt Jets auf die Krim und provoziert Japan

Russland verstärkt sein Militär auf der annektierten Halbinsel und auf den Kurilen, um deren Besitz es sich mit Japan streitet.

Ein russischer Kampfjet startet. (Archivbild vom 18. Dezember 2015)

Ein russischer Kampfjet startet. (Archivbild vom 18. Dezember 2015) Bild: Vadim Savitsky/Keystone

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Mehr als zehn russische Kampfjets würden auf die annektierte Halbinsel Krim verlegt, meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Montag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau.

Sie sollten dauerhaft auf dem umgebauten Luftwaffenstützpunkt Belbek stationiert werden. Aussenminister Sergei Lawrow habe erklärt, die Ukraine bereite «eine Provokation» vor dem Jahreswechsel vor, hiess es weiter. Bei den Flugzeugen soll es sich um Suchoi Su-27 und Su-30 Kampfjets handeln.

Russische Medien hatten Ende November von Plänen der Regierung in Moskau berichtet, ein Flugabwehr-Raketensystem des Typs S-400 auf die Krim zu verlegen. Russland hatte die Krim 2014 annektiert. Die Spannungen in der Region haben sich zuletzt nach einem Vorfall in der Meerenge von Kertsch am Zugang zum Schwarzen Meer verschärft.

Die russische Küstenwache hatte drei ukrainische Marineschiffe beschossen und aufgebracht. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden verletzt; 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen.

Ukraine warnt vor starker Truppenpräsenz Russlands

Als Reaktion auf den Vorfall verhängte die Ukraine für 30 Tage das Kriegsrecht in bestimmten Regionen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warf Russland zu diesem Zeitpunkt vor, die Truppen an der Grenze zur Ukraine aufgestockt zu haben.

Seit dem Höhepunkt der Spannungen zwischen beiden Ländern Ende November habe Russland nur «weniger als zehn Prozent» seiner Truppen abgezogen. «Die Bedrohung einer Invasion der russischen Streitkräfte auf ukrainischem Territorium besteht weiterhin. Wir müssen ohne jeden Zweifel darauf vorbereitet sein», sagte Poroschenko.

Militärpräsenz auf den Kurilen verstärkt

Russland will seine Militärpräsenz auf den südlichen Kurilen ausbauen, um deren Besitz es sich mit Japan streitet. Auf der Inselkette nahe Japan seien bereits neue Kasernen gebaut worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mit. Nun sollten noch Hallen für gepanzerte Fahrzeuge gebaut werden. In die vier Kasernenbauten sollten Truppen einziehen.

Zuvor hatte die Führung in Moskau erklärt, der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe werde möglicherweise am 21. Januar Russland besuchen. Beide Länder hatten sich zuletzt bemüht, den Konflikt beizulegen, der auch der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zur formalen Beendigung des Zweiten Weltkriegs im Wege steht.

Japan reagierte zunächst nicht auf die russische Ankündigung. Im Juli hatte die Regierung in Tokio Russland allerdings aufgefordert, die militärischen Aktivitäten auf der Inselkette zu reduzieren. Sowjetische Truppen hatten die Inseln am Ende des Zweiten Weltkriegs besetzt. Seither beanspruchen beide Seiten die Hoheit über die Inselkette. Als Teil eines Friedensabkommens war die Rückgabe von zwei der vier Inseln an Japan im Gespräch. (nag/Reuters/SDA)

Erstellt: 17.12.2018, 16:38 Uhr

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