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Sarkozy nimmt Kurs auf 2017

Der Mann des Abends hiess einmal mehr Nicolas Sarkozy, und Frankreichs Ex-Staatschef genoss den Triumph. Nach der zweiten Abstimmungsrunde darf er auf eine Rückkehr in den Elysée-Palast hoffen.

Die konservative Partei UMP ist als Siegerin der Départementswahlen in Frankreich hervorgegangen.

«Die Hoffnung erwacht wieder in Frankreich», frohlockte Nicolas Sarkozy – und sicherlich wuchsen auch seine ganz persönlichen Hoffnungen. Denn mit dem Rechtsruck bei den Départementswahlen nimmt Sarkozy Kurs auf die Präsidentschaftswahlen 2017. Dort will er, wie jetzt am Sonntag, die Sozialisten von Staatschef François Hollande ebenso auf die Plätze verweisen wie den rechtsextremen Front National seiner gefährlichen Gegnerin Marine Le Pen.

Das Wahlergebnis der zweiten Runde der Départementswahlen liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. In 66 der 101 französischen Départements gewann das konservativ-bürgerliche Lager die Mehrheit, 25 rutschten von links nach rechts, nur ein einziges von rechts nach links. Sarkozy konnte sich auch darüber freuen, dass der Front National (FN) in keinem Département eine Mehrheit erhielt – das ist eine Enttäuschung für die Rechtsextremen, auch wenn sie erhebliche Stimmenzuwächse verbuchen und sich landesweit weiter verankern konnten.

Der Weg werde «lang und schwer»

Zu laut jubeln wollten die Konservativen aber nicht. «Das heisst noch nicht, dass wir (im Dezember) die Regionalwahlen gewinnen oder dass wir die Präsidentschaftswahlen gewinnen», sagte ein Abgeordneter von Sarkozys konservativer UMP. Und auch der frühere Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire mahnte: «Ein bisschen Bescheidenheit, ein bisschen Geduld!»

Sarkozy selbst sagte in seiner Siegesrede, der Weg werde «lang und schwer». Doch zugleich strotzte er vor Selbstbewusstsein: «Der Machtwechsel ist im Gange, und nichts wird ihn aufhalten.» Den gleichen Satz hatte der 60-Jährige, 2012 von den Wählern aus dem Elysée-Palast gejagt, schon am Sonntag vor einer Woche gesagt. Da hatten die Konservativen die erste Runde der Départementswahlen klar für sich entschieden.

Vier Monate nach seiner Rückkehr an die UMP-Spitze konnte Sarkozy nun mit seiner Partei einen ersten Wahlsieg erzielen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Sarkozy von einer Rückkehr in den Elysée-Palast träumt und in zwei Jahren die Schmach seiner Niederlage von 2012 vergessen machen will. Verkündet hat er seine Kandidatur allerdings noch nicht. Ausserdem wird er sich erst als Kandidat des konservativen Lagers durchsetzen müssen – und Sarkozy hat mächtige innerparteiliche Rivalen wie Ex-Premier Alain Juppé. Der Wahlsieg verstärkt Sarkozys Position. Und er zeigt, wie erfolgreich die bei den Départementswahlen gefahrene Strategie ist, sich mit der Zentrumspartei UDI zu verbünden.

«Spaltung» des linken Lagers

Hollandes regierende Sozialisten kam dagegen der fehlende Zusammenhalt im linken Lager teuer zu stehen. Denn in zahlreichen Wahlkreisen machten sich mehrere Kandidaten linker Parteien gegenseitig Konkurrenz – sehr zur Freude rechter oder rechtsextremer Kandidaten. Die «Spaltung» des linken Lagers sei für die Wahlschlappe verantwortlich, klagte Premierminister Manuel Valls.

Das konservativ-bürgerliche Lager machte es geschickter. Und die Zusammenarbeit mit der UDI ist für Sarkozy gerade mit Blick auf die Präsidentschaftswahl höchst bedeutsam. Der Ex-Staatschef, der immer wieder mit populistischen Parolen am rechten Rand nach Stimmen fischte und damit gemässigte Wähler verschreckte, braucht eine solche Allianz, will er 2017 gewinnen.

«Die Republikaner» könnte die Partei heissen

Zunächst aber will Sarkozy seine Partei UMP komplett neu aufstellen. Sie soll für den Präsidentschaftswahlkampf zu einer wahren «Kriegsmaschine» aufgebaut werden, auch ein neuer Name soll her. «Die Republikaner» könnte die Partei heissen, schreiben französische Medien – mit der rechtsradikalen Partei gleichen Namens in Deutschland hat das nichts zu tun.

Mit Blick auf 2017 gelang den Konservativen am Sonntag schon ein Erfolg mit grosser Symbolkraft. Sie entrissen den Sozialisten das zentralfranzösische Département Corrèze – dort liegt Hollandes Wahlkreis. In zwei Jahren, so hofft Sarkozy, wird er von Hollande dann das ganze Land zurückerobern.

AFP/bru

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