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Sarkozy vergleicht Flüchtlingswelle mit Rohrbruch

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy kritisiert die Migrationspolitik der EU und macht einmal mehr einen provokativen Vergleich.

Verfolgt eine harte Linie gegenüber Einwanderern: Nicolas Sarkozy bei der jährlichen Versammlung seiner Partei in Paris. (18.Juni 2015)
Verfolgt eine harte Linie gegenüber Einwanderern: Nicolas Sarkozy bei der jährlichen Versammlung seiner Partei in Paris. (18.Juni 2015)
Francois Guillot, AFP

Frankreichs konservativer Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat den Zustrom von Migranten nach Europa mit einem Rohrbruch verglichen. Er kritisierte gleichzeitig die EU-Pläne für Flüchtlingsquoten. Die Anwendung der Quoten wäre so, als ob ein Klempner bei einem Rohrbruch nicht das Wasser stoppen, sondern es in der Wohnung besser verteilen wollte, sagte Sarkozy am Donnerstagabend.

Die Lösung der EU-Kommission für das «Problem der Einwanderung ist es, nicht zu reduzieren, sondern zu verteilen», bemängelte Sarkozy vor Mitgliedern seiner konservativen Partei Die Republikaner nahe Paris. Und er sagte den umstrittenen Satz: «In einem Haus gibt es ein Wasserrohr, das platzt, und es (das Wasser) verbreitet sich in der Küche.»

Scharfe Kritik von Valls

Dann fügte Sarkozy hinzu: «Der Klempner trifft ein und sagt: Ich habe eine Lösung. Wir behalten die Hälfte in der Küche, tun ein Viertel ins Wohnzimmer, ein Viertel ins Schlafzimmer der Eltern, und wenn das nicht reicht, bleibt noch das Kinderzimmer.»

Frankreichs sozialistischer Regierungschef Manuel Valls kritisierte Sarkozy wegen dieser Äusserungen scharf: «Das politische Leben verdient besseres als diese stigmatisierenden Sätze, die nicht auf Niveau sind.» Er rief alle Politiker seiner Landes auf, nicht zu «spalten».

Die EU-Kommission hatte kürzlich vorgeschlagen, 40'000 Asylbewerber aus Italien und Griechenland auf andere europäische Länder zu verteilen sowie 20'000 weitere Syrien-Flüchtlinge von Ländern ausserhalb der EU aufzunehmen. Frankreich müsste nach den Brüsseler Kriterien etwa 9000 Menschen aufnehmen.

AFP/slw

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