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Schattenkampf in Zeiten des Terrors

Nach den Anschlägen präsentiert sich Frankreichs Präsident als Feldherr: Sein Feind ist der Terror – seine stärkste politische Gegnerin Marine Le Pen.

François Hollande bei seiner TV-Ansprache nach den Terroranschlägen. Foto: Keystone
François Hollande bei seiner TV-Ansprache nach den Terroranschlägen. Foto: Keystone

Dieses Mal reagiert Marine Le Pen anders als nach den Attentaten vom Januar. Die Chefin des rechtsextremen Front National (FN) lobt sogar François Hollande, den sie doch sonst so verachtet: «Der Präsident hat den Notstand und temporäre Grenzkontrollen verkündet – das ist gut», sagt Le Pen gönnerhaft über den sozialistischen Staatschef. Auch die Einladung Hollandes zu einem Krisengespräch, die sie ebenso wie andere Vorsitzende französischer Parteien erhielt, hat die FN-Chefin am Sonntag angenommen. Im Januar, nach den Anschlägen gegen die Satirezeitung Charlie Hebdo, hatte sich Le Pen noch abgesetzt von der übrigen politischen Klasse. Damals verweigerte sie den Schulterschluss mit den anderen Kräften, wollte nicht «Charlie» sein. Doch in Umfragen zeigte sich schnell, dass die Franzosen in einer akuten Krise politischen Streit missbilligen und sich nach Einigkeit sehnen. Dem ansonsten unpopulären Präsidenten schenkten sie plötzlich wieder mehr Vertrauen.

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